Die Wirtschaft lahmt? Der Staat soll in Infrastruktur investieren! Das glaubte schon Napoleon: «On peut donner une première impulsion aux affaires; après, elles vous entraînent» – den Anschub finanzieren, danach laufen die Geschäfte von selbst. Auf der verlorenen Vulkaninsel St. Helena, in den Wasserweiten zwischen Afrika und Südamerika, müsste demzufolge Boom-Laune herrschen. London hat nämlich in den Bau des Flughafens auf der fernen Besitzung 285 Mio. £ investiert. Das sind umgerechnet 83 000 Fr. pro Kopf der 4500 Saints, wie sich die Insulaner nennen. Das Werk ist seit 2015 vollendet, doch tückische Winde verwehen die Freude am Fliegen. Zudem beschränkt sich das Interesse auf eine südafrikanische Gesellschaft, die vor kurzem erstmals von Johannesburg via Windhoek einflog und das nun wöchentlich tun will – von wegen ersehnte Touristenströme. Das einsame Eiland wird weiterhin per Schiff von Kapstadt aus versorgt; die RMS «St. Helena» nimmt Post, Passagiere und Fracht mit und exportiert die raren Waren, etwa die gesuchten Kaffeebohnen. Bonaparte, nach dem Knick in seiner Condottiere-Karriere ortsansässiger Zwangsrentner, seufzte: «Le seul aspect positif de Sainte-Hélène, c’est le café.»