Die Geisterstadt Pedro de Valdivia trägt den Namen des ­spanischen Konquistadoren, der sich 1540 das heutige Chile in Teilen unterworfen hatte. Er gründete erste koloniale Ansiedlungen, vor allem Santiago, seit 1818 Hauptstadt der Republik. In der Zeit von 1810 bis 1830 wurden Spaniens Kolonien unabhängig, wobei manche Grenzziehung unklar blieb. Pedro de Valdivia liegt in der Atacama-Wüste auf einst bolivianischem Boden. Ab 1879 eroberte Chile im Salpeterkrieg den damaligen bolivianischen Küstenstreifen und daran anschliessendes peruanisches Territorium. Dort wurde Salpeter (Natriumnitrat) abgebaut, das vor allem als Düngemittel gefragt war – Grund genug für forsche Expansion. Obwohl der Salpeter-Boom vorbei ist, behält Chiles dürrer Norden seine Reize: Er liegt im «Triángulo del Litio», im Grenzdreieck Chile-Bolivien-Argentinien, wo sich vermutlich mehr als die Hälfte der weltweiten Lithium-Vorkommen finden. Dieses Leichtmetall ist unverzichtbar in Elektronikprodukten oder E-Auto-Batterien. Wer auch immer am 19. Dezember die Wahl zum Präsidenten gewinnen wird, der entschieden rechte José ­Antonio Kast oder der profiliert linke Gabriel ­Boric, wird froh sein, dass Chiles Heer hier einst zugriff. (Bild: Martin Bernetti/Keystone)