Unternehmen / Konsum

Salt bestätigt Festnetzpläne

Das Management des Mobilfunkkonzerns erklärt vor Analysten und Investoren, für wen das neue Angebot zunächst verfügbar sein wird und mit welchem Konkurrenten eine Fusion reizvoll wäre.

Die Nummer drei im Schweizer Mobilfunkmarkt, Salt, will schon bald ein Festnetzangebot lancieren. Das sagte ihr Management diese Woche an einer Telefonkonferenz  zu den Erstquartalszahlen, wie Finanzanalysten der Deutschen Bank berichten. Gegenüber «Finanz und Wirtschaft» will sich die unkotierte Salt nicht zu den Festnetzplänen äussern. Auch die Unternehmenszahlen sind nicht öffentlich einsehbar.

Gemäss dem Bericht soll das Festnetzangebot zunächst rund 40% der Schweizer Bevölkerung erreichen, also vor allem in grossen Städten, wo viele Mobilfunkkunden von Salt wohnen. Um künftige Festnetzangebote offerieren zu können, die üblicherweise aus Internet, Digital-TV und Telefonie bestehen, will Salt die Glasfasernetze der Elektrizitätswerke nutzen. «Ein Start im Herbst wäre nicht erstaunlich», glauben die Analysten der Deutschen Bank. Bedeckt habe sich das Management um CEO Andreas Schönenberger zur Frage gegeben, ob es ein voll konvergentes Angebot wird oder ob Festnetzkunden nur Vorteile geniessen, wenn sie auch ein Salt-Mobilabo haben.

Vorerst muss Salt Leitungen mieten. Ein Kauf des Schweizer Kabelnetzbetreibers UPC wäre für den Mobilfunkkonzern beziehungsweise dessen Eigentümer NJJ gemäss weiteren Aussagen des Managements gegenüber Analysten aber interessant. Hinter NJJ steht der französische Unternehmer Xavier Niel. UPC ist auf dem Festnetz stark und macht selbst ein Mobilfunkangebot auf Basis des Salt-Netzes. Die UPC-Mutter Liberty Global (LBTYA 21.29 -1.16%) habe keine Offenheit bezüglich eines möglichen Zusammengehens gezeigt, hiess es weiter.  Sunrise, die selbst vielfach Leitungen von Swisscom (SCMN 525.00 -0.98%) mietet, sei bei Konsolidierungsüberlegungen für Salt nicht interessant.

Gemäss Angaben von Anfang April zählte Salt am Ende des letzten Jahres 1,2 Mio. Kunden mit einem Mobilfunkabonnement. Niel und Schönenberger trimmen das Unternehmen auf Effizienz. Der Ebitda stieg 2016 gut ein Drittel auf 432 Mio. Fr., trotz rückläufigem Umsatz. Barclays-Analysten schätzen den Umsatzanteil von Salt im Privatkundensegment zum Halbjahr auf 9%, hinter UPC (16%), Sunrise (18%) und Swisscom (53%).