Der Winter im südlichen Afrika kann frostig sein. Erst recht in Lusaka: Sambias Hauptstadt liegt auf über 1200 Metern. Den meisten Leuten bleibt nichts anderes übrig, als sich auf Märkten wie diesem sackweise mit Kohle zu versorgen. Das wird immer schwieriger: Dem Land – doppelte Einwohnerzahl wie die Schweiz, 18-fache Fläche – geht es schlecht. Die seit 2011 regierende Patriotic Front, seit 2015 unter Präsident Edgar Lungu, betreibt Misswirtschaft. Die Regierung hat die Auslandschulden vervielfacht, ohne diese Kredite volkswirtschaftlich rentabel in die Infrastruktur zu investieren. Die Leute verarmen, die Teuerung frisst die Kaufkraft weg, Korruption ist verbreitet, das Regime wendet Gewalt an und degeneriert ins Autoritäre. Eine enttäuschte Hoffnung mehr: Nachdem sich Gründerpräsident Kenneth Kaunda 1991 verabschiedet hatte, schien sich die Demokratie zu etablieren und Sambia profitierte vom Kupferexport. Am Donnerstag werden Präsident und Parlament neu bestellt, doch von freien und fairen Wahlen kann kaum die Rede sein; die Opposition unter Lungus langjährigem Rivalen Hakainde ­Hichilema wird schikaniert. Sambia ähnelt zusehends dem maroden Nachbarn Simbabwe: «Sam» wird wie «Sim».