Die schärfsten Kritiker der Elche werden später selber welche – so liesse sich der bekannte Zweizeiler auf nicaraguanische Verhältnisse abwandeln. Präsident Daniel Ortega und Vizepräsidentin Rosario Murillo (in Personalunion seine Ehefrau) herrschen so diktatorisch wie vordem der berüchtigte Anastasio Somoza Debayle: Der war bis 1979 an der Macht; dann stürzten ihn Ortegas Sandinisten. Schwärmerische Studenten in Nordamerika und Westeuropa gerieten in Ekstase. Freilich versagte der «Sozialismus unter Palmen» just so wie immer und überall. Der Schein-Erlöser Ortega trampelte alsbald herum wie ein «Elch» à la Somoza. Von 1990 bis 2006 war dann die heutige Opposition an der Macht – und erwies sich als ebenso machtlos im Umgang mit Rückständigkeit und Armut. Dann kam Ortega zurück, um zu bleiben. Seine Sippe besetzt nun in schönster Landestradition alle Schlüsselposten in Politik, Wirtschaft, Medien. 2018 befahl Ortega, Volksaufstände niederzuschiessen. Nächsten Sonntag lässt sich das Alptraumpaar (er 76, sie 70) wiederwählen. Gegenkandidaten gab’s, doch Caudillo und Caudilla setzten sie vorbeugend in Haft. Anstelle der Phrasen auf diesem Wahlplakat müsste der Fahndungsaufruf stehen: «Se buscan». (Bild: Oswaldo Rivas/AFP/Keystone)