Unternehmen / Gesundheit

Santhera beschafft sich frisches Kapital

Das Biopharmaunternehmen plant eine Kapitalerhöhung sowie eine Restrukturierung der Wandelanleihe. Der Umsatz ist 2020 gesunken.

(AWP) Das Biopharmaunternehmen Santhera (SANN 3.25 -1.52%) will sich frisches Kapital beschaffen. Dazu plant es eine Finanzierung von Highbridge Capital Management und eine Anleihenrestrukturierung sowie eine erneute Kapitalerhöhung. Damit will Santhera genügend Liquidität erhalten, um im zweiten Quartal einen Meilenstein zu erreichen – neue Daten für das Medikament Vamorolone.

Man erwarte «pivotale» 6-Monats-Daten für das Medikament zur Behandlung der Muskelerkrankung Duchenne-Muskeldystrophie (DMD), teilte Santhera am Dienstag mit. Der bestehende Investor Highbridge habe sich bereits verpflichtet, seine existierende Finanzierungsvereinbarung mit Santhera auf bis zu 18 Mio. Fr. an vorrangig besicherten, wandelbaren Anleihen zu erhöhen. Dies unter bestimmten Bedingungen und mit der Gegenleistung in Form von Optionen auf Santhera-Aktien.

Anleihegläubigerversammlung und aoGV geplant

Zusätzlich schlage Santhera eine Restrukturierung der bestehenden vorrangigen ungesicherten Wandelanleihe von 60 Mio. Fr. vor. Highbridge unterstütze diese als grösster Anleihen-Investor. Das Unternehmen will dazu für am 8. März eine Anleihensgläubiger-Versammlung einberufen. Ende März soll dann den Aktionären an einer ausserordentlichen Generalversammlung die Ermächtigung und Ausgabe von neuen Aktien vorgeschlagen werden, die für die Umsetzung der Anleiherestrukturierung und der aufgestockten Highbridge-Finanzierung nötig seien.

Die vorgeschlagene Restrukturierung der Anleihe sei erforderlich, um die Aufnahme zusätzlicher Finanzmittel zu ermöglichen, heisst es in der Mitteilung von Santhera. Dies vorausgesetzt, die Vamorolone-Daten fielen positiv aus. Die Restrukturierung sei auch entscheidend für die Unternehmensfortführung bis nach einer solchen Anschlussfinanzierung.

Verlust ausgeweitet

Santhera hatte im Herbst des letzten Jahres angekündigt, sich auf Vamorolone zu konzentrieren und rund die Hälfte der Stellen abzubauen. Der Abbau und die operativen Kostensenkungsprogramme verliefen wie geplant und sollten bis Ende März abgeschlossen sein, heisst es nun.

Weiter gab Santhera auch provisorische Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 bekannt. Demnach sank der Umsatz auf 15 von 27,9 Mio. Fr. im Vorjahr und der Nettoverlust weitete sich auf 71,2 Mio. von 18,9 Mio. Fr. aus. Per Ende 2020 verfügte das Unternehmen noch über flüssige Mittel von 12,4 Mio. Fr.

Leser-Kommentare

Romano Maggetti 17.02.2021 - 21:27

Auch ich hoffe, dass es ein Happy End geben wird, um den Menschen Mut zu machen, die an dieser schweren Krankheit leiden, für die die Forschung noch keine ermutigenden Heilmittel gefunden zu haben scheint.