Unternehmen / Gesundheit

Santhera verkauft mehr als erwartet

Mit dem im August abgegebenen Augenheilmittel hat das Biotech-Unternehmen 2019 etwas mehr Umsatz erzielt als prognostiziert.

(AWP/RB) Das Spezialitätenpharmaunternehmen Santhera (SANN 6.02 -3.22%) hat im vergangenen Jahr wegen der Übertragung des Raxone-Geschäfts an die Chiesi Group weniger Umsatz erzielt. Rückläufig waren ausserdem auch die liquiden Mittel.

Konkret wurde ein Umsatz von 27,9 Mio. Fr. erwirtschaftet, nach 31,7 Mio. Fr. im Vorjahr. Damit habe man aber die eigene Prognose leicht übertroffen, teilte Santhera in einer Mitteilung vom Montag mit.

Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass das Mittel Raxone in der zugelassenen Indikation Leber’sche hereditäre Optikusneuropathie (LHON) im August an die Chiesi Group auslizenziert wurde. Entsprechend war Raxone nur für sieben Monate im Umsatz enthalten. Ab diesem Zeitpunkt vermarktete Santhera Raxone in Frankreich noch in einer Übergangsphase.

Ertrag von 49,3 Mio. Fr.

Aus der Lizenzvereinbarung mit der Chiesi Group verbuchte Santhera im August einen ersten Bruttoertrag von 49,3 Mio. Fr. Wie im Rahmen der Vereinbarung bereits angekündigt, hat die Gesellschaft Raxone für LHON sowie für alle anderen ophthalmologischen Indikationen für fast alle Gebiete weltweit für einen Gesamtbetrag von bis zu 93 Mio. € einlizenziert. Ausgenommen hiervon sind einzig die USA und Kanada, wo Raxone nicht zugelassen ist.

Per 31. Dezember 2019 beliefen sich die frei verfügbaren liquiden Mittel auf 31,4 Mio. Fr., nach 43,7 Mio. Fr. per Ende August. Darüber hinaus hielt das Unternehmen 1,5 Mio. Fr. an liquiden Mitteln mit einer Verfügungsbeschränkung. Sie sind für die Zinszahlungen im Zusammenhang mit der 2017 ausgegebenen Wandelanleihe bestimmt.

Vamorolone etwas verzögert

Einen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr machte Santhera in der Mitteilung nicht. Die strategischen Prioritäten für 2020 würden auf den neuromuskulären Einwicklungsprodukten Puldysa und Vamorolone für die Indikation Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) liegen. Für Puldysa wird im vierten Quartal in den ersten europäischen Ländern die Markteinführung angestrebt.

Das zusammen mit Reveragen entwickelte Vamorolone kommt etwas langsamer voran als zuvor erhofft. Studiendaten werden nun für das vierte Quartal 2020 erwartet. Der Zulassungsantrag kann in den USA damit erst Anfang 2021 eingereicht werden. Bisher war dieser Schritt für Ende des laufenden Jahres vorgesehen.

POL6014 wird vorangetrieben

Parallel dazu werde die Entwicklung des klinischen Prüfkandidaten POL6014 für Mukoviszidose vorangetrieben und die weitere Diversifizierung der plattformartigen Pipelineprodukte evaluiert, einschliesslich der Entwicklung zusätzlicher Indikationen in Zusammenarbeit mit Partnern.

Die definitiven, vollständigen Zahlen möchte Santhera dann am 24. März veröffentlichen.