Märkte / Rohstoffe

Saudi-Arabien und Russland setzen Ölpreis zu

Die beiden Erdölnationen drängen Gerüchten zufolge auf höhere Rohölfördermengen. Das bringt den Preis unter Druck.

(Reuters) Saudi-Arabien und Russland machen sich Insidern zufolge für höhere Öl-Fördermengen stark und wollen die seit eineinhalb Jahren dauernden Produktionseinschränkungen aufweichen. Geplant sei, die von den Opec- und den Nicht-Opec-Mitgliedern täglich hergestellte Ölmenge um 1 Mio. Barrel zu erhöhen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Minister aus Saudi-Arabien, Russland und der Vereinigten Arabischen Emirate, ebenfalls ein großer Ölexporteur, hätten sich zu Gesprächen in St. Petersburg getroffen.

Der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent rutschte um 2,2% auf gut 77 $ ab. US-Leichtöl WTI verbilligte sich um 2% auf knapp 70 $. Experten gehen davon aus, dass bei einer Erhöhung der Ölmengen die Marke von 80 $, die Brent in der vergangenen Woche erstmals seit November 2014 übersprungen hatte, nicht mehr so leicht zu knacken sein wird.

Hintergrund für die Überlegungen sind Produktionsausfälle in Venezuela und im Iran. In Venezuela setzt eine Wirtschaftskrise der Herstellung des Rohstoffs zu, während dem Iran US-Sanktionen drohen. Eine finale Entscheidung über die Erhöhung der Öl-Fördermenge soll Insidern zufolge beim nächsten Treffen der Opec-Mitglieder und der Nicht-Mitglieder wie Russland am 22. und 23. Juni in Wien fallen.

 

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