Märkte / Makro

Saudis in der Offensive

Saudi-Arabien will einen tieferen Ölpreis und verspricht, die Produktion zu erhöhen. Der Stress am Ölmarkt sei vor allem psychisch bedingt.

Ali Naimi hat diese Woche in der «Financial Times» einen Artikel publiziert. Das ist erstaunlich, weil weder er selbst – Naimi ist der saudische Ölminister – noch Saudi-Arabien oder das Ölkartell Opec bekannt für Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit sind. Die Lage an den internationalen Ölmärkten ist jedoch derart angespannt, dass er diesen Schritt für nötig hielt: «Wir wollen einen tieferen Ölpreis. Wir werden unsere Produktion ­erhöhen. Das haben wir schon mehrmals getan und werden es wieder tun.»

Saudi-Arabien ist der weltweit grösste Ölförderer und das Land mit den höchsten nachgewiesenen Reserven. Naimi betont, der aktuelle Ölpreis sei fundamental nicht angemessen, und nur die – nicht gerechtfertigte – Angst vor einer Verknappung halte die Preise hoch. Saudi-Arabien wolle seine Verantwortung wahrnehmen und eingreifen. Die saudische Ölproduktion beträgt seit einigen Monaten mehr als 10 Mio. Fass pro Tag, der weltweite Bedarf beläuft sich auf rund 90 Mio. Fass. Das freie Fördervolumen wird mit 2,5 Mio. angegeben und gänzlich von Saudi-Arabien gestellt.

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