Ganz genau hier, wo heutzutage Touristen das friedvolle Idyll des Minuteman-Nationalparks geniessen, fiel am 19. April 1775 der erste Schuss: Widerborstige Siedler setzten sich zur Wehr gegen Truppen des britischen Königs George III., die aus Boston anrückten. Die Elite der Milizen waren Männer, die, eben, binnen einer Minute kampfbereit sein mussten. Der amerikanische Dichter und Denker Ralph Waldo Emerson verewigte dieses Scharmützel von Lexington und Concord in Versen; berühmt ist die Passage vom «shot heard round the world». Symbolisch traf das, verzögert, zu: Im September 1783 schlossen die ehemaligen Untertanen und die Krone Frieden in Paris – die dreizehn amerikanischen Kolonien, von hier, Massachusetts, bis hinunter nach Georgia waren völkerrechtlich unabhängig. 1790 hatten sie alle die ­revolutionäre Verfassung ratifiziert; schon seit 1789 war George Washington als erster Präsident im Amt. Von den USA sollte die Welt danach fürwahr noch viel hören, auch von deren Präsidentschaftswahlen. Gerade im aktuellen Ringen wirkt Amerikas Demokratie betrüblich welk, eher spätherbstlich grau als saisonal passend nachsommerlich bunt – wie im Indian Summer (pardon, First Nations Summer).

(Bild: Berthold Steinhilber Laif/Keystone)