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Meinungen

Schnäppchen sind rar

«Paradoxerweise ist das zyklische Tief ein Hoffnungsschimmer.»
Schweizer Unternehmen sind nicht nur teuer, sondern viele operieren auch nahe der Margengrenze. Das birgt Risiken. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Martin Lüscher.

Die Hausse am Schweizer Aktienmarkt hat ein hohes Alter erreicht. Seit 2009 haben sich die Aktienkurse kleiner und mittelgrosser Unternehmen verdreifacht; die grosskapitalisierten Werte haben sich verdoppelt. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung war die Bewertungsexpansion. Damit dürfte aber bald Schluss sein. Jede dritte Schweizer Aktie ist gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis so teuer wie kaum je zuvor seit 2007.

Besorgniserregend ist zudem, dass viele Gesellschaften bereits mit rekordhohen Gewinnmargen arbeiten. Es handelt sich dabei um Qualitätsunternehmen wie Ems-Chemie (EMSN 686 -1.01%) oder Sika (SIK 6445 -0.92%), die in den vergangenen Jahren die Produktion in einem harten Umfeld optimiert haben – und von der Börse reich belohnt wurden.

Nun haben diese Unternehmen allerdings nur noch wenig Spielraum, um ihre Margen weiter zu erhöhen. Darum ist bei diesen Aktien Vorsicht angebracht. Wer Alternativen sucht, hat es aber schwer.

Attraktiv bewertete Unternehmen mit Margensteigerungspotenzial gibt es in der Schweiz keine mehr. Die meisten Gesellschaften, die auf einem gedrückten Margenniveau operieren, sind teuer. Dazu zählen nicht nur zyklische Namen wie Burckhardt Compression (BCHN 288 -0.6%) und Sulzer (SUN 113.8 -1.13%), sondern auch Luxusgüterhersteller wie Swatch Group und Richemont (CFR 79.9 -0.12%).

Paradoxerweise ist das zyklische Tief ein Hoffnungsschimmer. Denn wegen der niedrigen Margen erscheinen die Aktien teurer, als sie sind. Mit einer normaleren Marge wären sie weniger überbewertet.

Mittelfristig bieten die Aktien dieser Unternehmen das grösste Potenzial. Aber auch hier gilt Vorsicht, denn das zyklische Tief kann mehrere Jahre andauern. Investoren brauchen Geduld und gute Nerven.