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Unternehmen / Rohstoffe

Schon wieder ein Megadeal im Agrarmarkt

Syngenta sieht sich einem neuen Branchenriesen gegenüber: Die kanadischen Hersteller Potash und Agrium schliessen sich zusammen.

(Reuters) Im Agrarmarkt kommt es zu einem weiteren Mega-Deal. Dort ist bislang vor allem die Pflanzenschutz- und Saatgutbranche massiv in Bewegung. Der chinesische Staatskonzern ChemChina will Syngenta (SYNN 447 -0.56%) für 43 Mrd. $ übernehmen und der deutsche BayerKonzern den US-Saatgutriesen Monsanto (MON 117.34 -0.39%) gar für mehr als 65 Mrd. $. Für die Düngemittel-Hersteller liefen die Geschäfte zuletzt wenig rosig. Sie spüren die Kaufzurückhaltung der Landwirte angesichts fallender Getreidepreise.

Nach Abschluss des 36-Mrd-$-Deals wird Potash rund 52 Prozent und Agrium (AGU 93.115 0.47%) den Rest an dem neuen Unternehmen halten, wie die beiden Düngemittel-Hersteller am Montag mitteilten. Potash und Agrium hatten Ende August ihre Fusionsgespräche publik gemacht. Potash war im vergangenen Sommer mit seinem Versuch gescheitert, den deutschen Salz- und Düngemittel-Hersteller K+S (SDF 22.735 0.18%) für knapp acht Milliarden Euro zu übernehmen.

Potash und Agrium dominieren vor allem den nordamerikanischen Markt. Zusammen kontrollieren sie nach Einschätzung von Analyst Greg Colman von der kanadischen National Bank nahezu zwei Drittel der weltweiten Kapazität an Kali, 30 Prozent der Phosphat- und 29 Prozent der Stickstoffkapazität, die zu den wichtigsten Nährstoffen von Pflanzen zählen. Das neue Unternehmen soll von Agrium-Chef Chuck Magro geleitet werden, während Potash-Boss Jochen Tilk die Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden übernehmen soll.

Aus dem Zusammenschluss erwarten sich die beiden Firmen jährliche Einsparungen von bis zu 500 Mio. $. Zusammen wären sie 2015 auf einen Umsatz von rund 20,6 Mrd. $ und einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 4,7 Mrd. $ gekommen.

Den Abschluss der Fusion erwarten Potash und Agrium Mitte 2017. Die beiden Unternehmen, die bereits im Exportbündnis Canpotex mit US-Wettbewerber Mosaic kooperiert hatten, dürften aber auf kartellrechtliche Hürden stossen. Der Zusammenschluss werde wohl von den Behörden genau unter die Lupe genommen, sagte der Wissenschaftler Bob Taylor vom Bereich Agrarwirtschaft der Auburn Universität im US-Bundesstaat Alabama.

Nach Einschätzung von Brokern könnte es darauf hinauslaufen, dass sich die beiden Unternehmen von mindestens einer Kali-Mine trennen müssen