Märkte / Makro

Schuldenstand der Eurozone erstmals über 100%

In der Eurozone steigt der Schuldenstand im ersten Quartal auf mehr als 100% des Bruttoinlandprodukts.

(AWP) Der Schuldenstand in der Eurozone ist zu Jahresbeginn erstmals über 100% der Wirtschaftsleistung gestiegen. Im ersten Quartal sei der öffentliche Schuldenstand auf 100,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gewachsen, teile das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Eurostat verweist auf die Corona-Krise, die auch zu Jahresbeginn zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf geführt habe. Im vierten Quartal 2020 hatte der Schuldenstand noch 97,8% gelegen und im ersten Quartal 2020 bei 86,1%.

Das Defizit der öffentlichen Haushalte im Euroraum ist hingegen etwas gesunken. Das Verhältnis von Haushaltsdefizit zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im ersten Quartal saisonbereinigt von 8,1% im Vorquartal auf 7,4%. Allerdings liegt das Defizit noch deutlich höher als vor der Corona-Krise. In der Europäischen Union verlief die Entwicklung ähnlich.

Leser-Kommentare

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Oliver Schmid 22.07.2021 - 22:46

Gemäss Maastricht Vertrag, sollte kein EU Land eine Verschuldung grösser als 60% des BIP aufweisen. Warum wird das nicht eingehalten ? Daran hat wohl die EZB einen grossen Anteil. Denn statt Reformen um die Schulden zu senken, werden noch mehr neue gemacht, die EZB bietet ja gerade Hand dazu mit Schulden zu Null Prozent.