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«Schweiz soll in Brüssel als Partner mitarbeiten»

Der von UBS und CS getragene neue Swiss Finance Council meldet sich am Dienstag in Brüssel mit einer Veranstaltung und einer Studie zu Wort. CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner deutete an einer Veranstaltung in Bern an, worum es geht.

Der Swiss Finance Council, präsidiert vom ehemaligen Schweizer Spitzendiplomaten Alexis Lautenberg, wird am kommenden Dienstag, gut ein Jahr nach der Gründung im November 2013, erstmals eine Grossveranstaltung in Brüssel durchführen. «The EU and its Partners – ­Defending Open Markets in Challenging Times», lautet der Titel des Seminars und einer Studie, die gleichentags präsentiert wird.

EU-Grössen – auf Einladung von UBS und CS

Am Seminar werden neben EU-Grössen wie Olivier Guersent (Europäische Kommission) auch Prof. Howard Davies und Jacques de Larosière (ehem. IWF) sowie UBS-Präsident Axel Weber und CS-Präsident Urs Rohner über das Tagesthema diskutieren.

Urs Rohner sprach bereits am Mittwoch vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Bern unter anderem über Europa und erinnerte an einen Punkt, der indirekt wohl auch in der neuen Studie zur EU und zu ihren Partnern thematisiert wird: die Bedeutung von Drittländern wie der Schweiz für das Wachstum in der EU.

Was die Schweiz betrifft, so wird ihre Stellung nach Ansicht von Urs Rohner eher unterschätzt: «Die Schweiz steht den EU-Ländern nicht allein als Exporteur gegenüber. Wir sind – und das wissen die wenigsten – nach den USA und vor China der zweitwichtigste Kunde und Abnehmer von Waren und Dienstleistungen aus der Union», betonte er.

Europäisches Wachstum unterstützen

Angesichts dieser «doch beträchtlichen wirtschaftlichen Bedeutung der Schweiz» für eine Region, die sich Wachstum notwendigerweise als «höchste Priorität» gesetzt habe, ist nach Ansicht von Rohner in der Schweiz ein Umdenken gefragt: «Wir könnten uns mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein an den Verhandlungstisch mit der EU setzen, als es bisher der Fall war», ist der Verwaltungsratspräsident der CS überzeugt.

Insgesamt müsse das Verhältnis zwischen Europa und der Schweiz wieder auf eine «stabile Basis» gestellt werden. «Eine klare rechtliche Situation und eine stabile Zusammenarbeit mit Europa sind anzustreben. Hier denke ich speziell an die Personenfreizügigkeit und den Marktzutritt.»

Dazu sei, wo speziell für den Marktzutritt notwendig, die Gleichwertigkeit mit EU-Regelungen anzustreben. «Zudem sind informelle Sondierungsgespräche für ein allfälliges Finanzdienstleistungsabkommen mit der EU zielführend», ist Rohner überzeugt. Denn: «Nur so ist es möglich, das Zeitfenster der europapolitischen Neuorientierung zu nutzen», appelliert er an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung.

Gut in internationalen Gremien vertreten sein

Vor diesem Hintergrund sei für den Finanzplatz eine selbstbewusste Aussenpolitik des Bundes ein Muss. «Sie muss absolut fokussiert geführt werden, um für die strategisch wichtigen Bereiche, wie das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft, den notwendigen Zugang zu ausländischen Märkten zu sichern.»

Die konstruktive Zusammenarbeit will der CS-Verwaltungsrat nicht auf die EU beschränkt wissen: «Der Einfluss der Schweiz in internationalen Gremien, die Standards setzen, ist systematisch mit genügender Ressourcenausstattung wahrzunehmen, um hiesige Interessen zu vertreten», fordert der CS-Präsident.