Märkte / Aktien

Schweizer Aktien werden schon bald wieder in London gehandelt

Die Schweiz und Grossbritannien führen Gespräche über die gegenseitige Börsenäquivalenz. Der Handel in London kann voraussichtlich im Februar starten.

(AWP/VA) Schweizer Aktien dürften schon in wenigen Wochen wieder in London gehandelt werden. Entsprechende Gespräche über die gegenseitige Börsenäquivalenz haben beide Seiten bereits aufgenommen, berichteten die «Financial Times» und die «NZZ (NZZ 5'130.00 0%) am Sonntag».

Das eidgenössische Finanzdepartement bestätigte eine Anfrage der Nachrichtenagentur AWP: «Alles, wie es in dem Artikel steht, ist korrekt.» «Finanz und Wirtschaft» berichtete bereits Ende Oktober darüber.

Für Grossbritannien ist dies die erste bedeutende Abkehr von der EU-Politik zu Finanzdienstleistungen seit dem Ende der Brexit-Übergangszeit. Eine Gesetzgebung soll bereits kommende Woche im Parlament eingebracht werden, um ein früheres EU-Verbot rückgängig zu machen.

Die EU hatte der Schweizer Börse Mitte 2019 die Äquivalenz aberkannt. Sie wollte seinerzeit den Druck auf Bern verstärken, damit das Rahmenabkommen rasch unterzeichnet würde. Am Ende verbot der Bundesrat den Handel von Schweizer Wertschriften an den EU-Börsen.

Laut «NZZ am Sonntag» geht man in Schweizer Diplomatenkreise nun davon aus, dass London kommende Woche die Äquivalenz der Schweizer Rechtsordnung bestätigt. Im Anschluss dürfte die Schweiz «ohne Verzögerung» die nötigen Schritte einleiten, so dass der Handel in London voraussichtlich im Februar starten kann.

Mit der EU-Entscheidung, der Schweizer Börse die Anerkennung zu entziehen, habe Brüssel der City 1,2 Mrd. € an täglichen Handelsumsätzen entzogen, heisst es in dem Bericht der «Financial Times». «Als damaliges EU-Mitglied musste sich Grossbritannien dieser Haltung beugen, was zum Verlust des Handels mit Hunderten von Schweizer Aktien führte, darunter Nestlé (NESN 100.88 +0.44%) und Roche (ROG 316.65 +1.47%) – zwei der fünf meistgehandelten Aktien in Europa im vergangenen Jahr.»

Zwar werden die engeren Verbindungen mit der Schweiz den Verlust des EU-Aktienhandels nicht vollständig kompensieren, aber Grossbritannien und die Schweiz haben letztes Jahr vereinbart, ihre Verbindungen im Bereich der Finanzdienstleistungen nach dem Brexit zu vertiefen.

Weiter berichtet das britische Blatt, dass die SIX Group ihren Mitgliedern am Mittwoch mitgeteilt habe, sie erwarte, dass die in Großbritannien ansässigen Handelsplätze den Handel mit Schweizer Wertpapieren «bald» wieder anbieten werden.

Leser-Kommentare

Sibyl Kade 11.01.2021 - 10:11

Das finde ich eine sehr erfreuliche Nachricht – für den gegenseitigen Handel.