Märkte / Aktien

SMI schliesst bei über 11’000 Punkten

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nach einem festen Start im Tagesverlauf an Schwung verloren.

(AWP) Die Hoffnung auf die baldige Eindämmung des Coronavirus hat auch am Donnerstag für Zuversicht gesorgt. Das obwohl die WHO am Vortag daran erinnert hatte, dass ein Impfstoff oder eine Therapie nicht innert kürzester Zeit entwickelt werden könne. Positiv stimmten auch Entspannungssignale im Zollstreit: Die Chinesen wollen einige ihrer Strafzölle auf US-Waren senken.

Als ebenfalls gut für die Börsenlage bewertet wird der Abschluss des Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump. Die Erwartung eines zweiten Siegs von Trump bei den Wahlen im Herbst dürfte die Nachfrage nach Aktien weiter ankurbeln, glauben Marktteilnehmer.

Der Leitindex SMI (SMI 9432.39 -0.86%) beendet den Tag nach einem Rekordhoch von 11’061,18 Punkten am Morgen bei 11’012,36, 0,17% höher als am Vortag. Der SLI, der die 30 wichtigsten Schweizer Werte umfasst, avancierte 0,22% auf 1’686,15 Punkten. Der breite SPI (SXGE 11556.95 -0.38%) legte 0,19% zu auf 13’309,33 Zähler.

AMS legten kräftig zu

Der grösste Gewinner bei den Blue Chips war AMS (AMS 9.1 3.69%). Die Aktien des Sensorherstellers wurden laut Händlern von aggressiven Anschlusskäufen erfasst. Verwiesen wurde einerseits auf erfreuliche operative Fortschritte beim Übernahmeziel Osram (OSR 32.8 -3.19%) Licht, andererseits aber auch auf den überraschend soliden Ausblick des US-Branchenprimus Qualcomm. Leerverkäufer stünden nun erst recht unter Druck, ihre Wetten gegen die Papiere von AMS zu überdenken, sagte ein Händler.

Gesucht waren auch die Grossbanktitel Credit Suisse (Credit Suisse 8.16 -1.95%) und UBS (UBSG 9.266 -2.4%). Vor allem bei CS sei das Erholungspotenzial nach dem zuletzt schwachen Abschneiden enorm, hiess es im Markt. Die Wirren und Gerüchte um die Führungsspitze der zweitgrössten Schweizer Bank dürften aber weiterhin tendenziell belastend wirken.

Nach einem schleppenden Start stiessen Swisscom (SCMN 519.6 -4.94%) in die Spitzengruppe vor. Der Telekomanbieter habe solide Zahlen abgeliefert, sagen Händler. Vor allem die italienische Tochter Fastweb entwickle sich erfreulich. (lesen Sie hier die Analyse).

Gefragte Zykliker

Ansonsten waren einige Zykliker überdurchschnittlich gesucht, etwa LafargeHolcim (LHN 36.59 -1.93%), Swatch Group (UHR 201.8 -0.39%), Richemont (CFR 54.42 -1.48%) oder Adecco (Adecco 38.97 -1.07%), aber auch die Versicherer Swiss Re (SREN 75.6 -1.59%), Zurich Insurance (ZURN 313.8 -0.6%) und Swiss Life (SLHN 334 -0.68%) waren im oberen Teil des Feldes zu finden.

Bei den Schwergewichten drückten Gewinnmitnahmen die Genussscheine von Roche (ROG 312.45 -1.15%) ins Minus. Zu den Verlierern zählten auch Julius Bär (BAER 34.49 -2.16%) und Temenos (TEMN 116.95 2.27%).

Im breiten Markt sorgten Dätwyler (DAE 161 1.77%), Idorsia (IDIA 24.64 1.07%), Molecular Partners (MOLN 17.44 5.06%) oder die Glarner Kantonalbank (GLKBN 31.7 -2.16%) nach Zahlen für Investoreninteresse (lesen Sie hier die Analysen zu Dätwyler, Idorsia und Glarner Kantonalbank).