Unternehmen / Gesundheit

Schweizer Anleger setzen im Januar auf Biotech-Titel

Die Schweizer Börse ist trotz Sorgen um das Coronavirus stark ins Jahr gestartet. Insbesondere Biotech-Aktien stachen im Januar heraus.

Eine Wette auf Orell Füssli (OFN 110.00 +1.85%) hat sich in diesem noch jungen Jahr ausgezahlt. Fast 15% haben die Titel des Notendruckers und Buchhändlers bislang zugelegt. Das Plus ist somit schon grösser als im gesamten Jahr 2019. Unternehmensnews sind jedoch Mangelware. Im Dezember wurde vermeldet, das Weihnachtsgeschäft bewege sich umsatzmässig leicht über ­Vorjahr. Die attraktive Dividendenrendite von 5,3% könnte mit Blick auf die bevorstehende Ausschüttungssaison eher eine Rolle gespielt haben.

Insgesamt ist die Schweizer Börse gut gestartet und hat den positiven Trend aus dem Vorjahr fortgesetzt. Obwohl das Coronavirus in den letzten Tagen die Investorenstimmung trübte, notierte der Swiss Performance Index (SPI (SXGE 14'362.75 +0.73%)) knapp 0,9% höher als zu Monatsbeginn. Inter­national hat sich der hiesige Markt gut ­gehalten. Nur fünf der grossen europäischen Indizes weisen 2020 ein Plus auf.

Dieser Schweizer Börsen-Januar ist auch im historischen Vergleich stark: 0,5% beträgt die durchschnittliche Januar-Performance des SPI seit 1988. Die besten Monate waren in der Vergangenheit jeweils März, Dezember (je +1,4%) und April (+2,3%). Besonders auffällig ist heuer ein Segment: Von den zehn besten SPI-Titeln im laufenden Jahr sind nicht weniger als fünf Biotech-Titel. Der Risikoappetit der Investoren ist also intakt.

Defensiv geprägt sind hingegen die Top-Positionen im Leitindex SMI (SMI 11'173.57 +0.56%). Lonza (LONN 577.40 +0.45%), Alcon (ALC 64.24 +2.75%) und SGS (SGSN 2'751.00 +0.81%) stehen mit Kursgewinnen zwischen 11 und 6% zuoberst, während zyklischere Titel wie LafargeHolcim (LHN 55.48 +0.11%), Swatch Group (UHR 293.10 +2.27%) und Geberit (GEBN 632.00 -0.09%) 4% und mehr verlieren. Der Luxusgütersektor gilt als besonders anfällig, sollte sich das Virus von China her weiter ausbreiten.

Einige Gesellschaften haben dagegen schlicht enttäuscht. Komax muss nach einem schwachen Jahr Kurzarbeit einführen. Bossard (BOSN 222.00 +0.91%) blieb ebenfalls unter den Erwartungen und steht vor einem schwierigen 2020. Beim kriselnden Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach bewegt sich der Kurs wieder Richtung Tiefst. Polyphor (POLN 6.86 -0.29%) schliesslich zeigt, wie rasch es mit Biotech häufig auch abwärtsgeht.