Märkte / Aktien

Schweizer Börse schliesst mit Abgaben

Der Schweizer Aktienmarkt handelt am Mittwoch lange im Plus, doch ab späten Nachmittag rutschen die Kurse ab. Geberit zählen zu den Gewinnern im SMI. Schlusslicht sind Givaudan.

(THA/AWP/Reuters) Die Stimmung am Schweizer Aktienmarkt kippt. Nach einem verhaltenen Start gewinnt der SMI (SMI 8779.18 0.33%) zwischenzeitlich 0,6%. Im Verlauf des Nachmittags gibt er die Gewinne jedoch preis und schliesst 0,1% schwächer.

Bereits am Dienstag haben die Entlassung von US-Aussenminister Rex Tillerson und die Angst vor einem globalen Handelskrieg die Anleger noch zu Verkäufen veranlasst; der SMI ist 1% gefallen.

Das Geschehen in den obersten Rängen der US-Regierung werde an den Märkten immer mehr als Zeichen für Unordnung oder gar als Chaos wahrgenommen, heisst es in Börsenkreisen.

Auch Wallstreet notiert nach einem verhaltenen Start deutlich schwächer. Bis Börsenschluss in der Schweiz verliert der S&P 500 (SP500 2770.98 -1.36%) 0,3% und der Dow Jones (Dow Jones 25359.62 -1.35%) Industrial büsst 1% ein.

Geberit an der Spitze

Im Schweizer Leitindex sorgen die Schwergewichte Novartis (NOVN 85.88 1.9%) und Nestlé (NESN 79.58 0.66%) für Unterstützung.

Die Finanzwerte Julius Bär (BAER 45.35 -1.33%) und UBS (UBSG 13.965 -1.31%) folgen dagegen dem Markt und drehen am Nachmittag ins Minus. Zu den Gewinnern im SMI zählen Geberit nach einem guten Jahresergebnis.

Die Titel der Credit Suisse (CSGN 13.305 -1.08%) schwanken am Mittwoch zwischen Gewinnen und Verlusten. CEO Tidjane Thiam erklärt im Interview mit «Finanz und Wirtschaft», wie er den Umbau der Grossbank vorantreiben will.

Givaudan (GIVN 2320 -0.39%) notieren deutlich im Minus. Der Duft- und Aromenhersteller dürfte unter dem Jahresergebnis des deutschen Konkurrenten Symrise (SY1 71.78 -1.13%) leiden: Negative Währungseffekte und gestiegene Rohstoffkosten haben den Konzern im vergangenen Geschäftsjahr gebremst. Die Valoren geben in Frankfurt mehr als 6% nach.

Erneut Streit bei Sika

Tecan (TECN 225.2 1.44%) legen nach der Publikation der Jahreszahlen zunächst zu. Am Nachmittag geben sie die Gewinne jedoch preis. Auch der Pharmazulieferer Siegfried zählt zu den Schlusslichtern. Er hat die Gewinnerwartungen verfehlt. 

Der Verwaltungsrat von Sika (SIKA 124.5 -2.2%) lehnt derweil die Vorschläge der Erbenfamilie Burkard bzw. der SWH zuhanden der Generalversammlung ab. So wird wohl auch die kommende GV von Mitte April umstritten werden.

Auf der Verliererseite stechen einmal mehr Aryzta (ARYN 9.784 -0.16%) heraus. Nach guten Avancen in der Vorwoche ist das damit bereits  der dritte Verlusttag in Folge. Deutlichere Einbussen erleiden auch Givaudan und Vifor Pharma (VIFN 144.65 0.07%). Vifor Pharma wird am Donnerstag die Zahlen vorlegen.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer in SMI, SPI (SXGE 10377.84 0.27%) und SMIM (SMIM 2418.604 -0.34%) finden Sie hier.

Adidas im Höhenflug

In Frankfurt kann der Dax (DAX 11589.21 -1.07%) die Kursgewinne über die Ziellinie retten. Für Unterstützung sorgen die Titel von Adidas (ADS 198.75 -1.46%). Starke Zahlen und ein Aktienrückkauf des Sportartikelherstellers bescheren den Valoren satte Kursavancen.

Der Euro ist nach Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, gegenüber dem Dollar gesunken. Die Gemeinschaftswährung ist zwischenzeitlich bis auf 1.2364 $ gerutscht.

Gegenüber dem Franken pendelt der Euro weiter um die Marke von 1.17 Fr. Der Dollar macht zum Franken an Boden gut.

Draghi hat am Vormittag in einer Rede in Frankfurt erneut keine schnelle Änderung der extrem lockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt. Zuvor profitierte der Euro von einer breit angelegten Dollarschwäche, angefacht durch die jüngste politische Entwicklung in Washington.

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