Unternehmen / Schweiz

Schweizer Chipzulieferer im Sog der Tech-Korrektur

Für Comet, VAT und Inficon sind die Aussichten trotz aktuellem Gegenwind an der Börse ungetrübt, denn die Chiphersteller planen hohe Investitionen.

Die Schweizer Zulieferer für die Halbleiterindustrie, Comet, VAT Group und Inficon, haben an der Börse nach einem langen Höhenflug an Schwung verloren. Sie geraten damit in den Sog einer Korrektur, die amerikanische Tech-Titel seit Ende April erfahren haben. Dabei kommen die Chiphersteller der hohen Nachfrage nicht hinterher und haben hohe Investitionen für neue Produktionsanlagen angekündigt.

Der Kapazitätsausbau ist dringend nötig. Mittlerweile muss die Automobilindustrie ihre Produktion drosseln, da Chips ausbleiben, die in den Autos von der Bremse bis zum Schiebdach alle Funktionen steuern. Ohne Mikroprozessoren fährt kein modernes Auto. Das Leid ist mittlerweile so gross, dass zum Beispiel Peugeot im Modell 308 analoge statt digitaler Tachometer einbauen will und die Pick-up-Trucks der Marke RAM ohne «intelligente» Rückspiegel auskommen müssen. Diese Krise in der Lieferkette ist zum Teil hausgemacht, da die Autobauer nach Beginn der Pandemie nur noch zögerlich Nachschub orderten.

Wachstumstempo bleibt hoch

Da waren andere schneller. Denn während Autos nach den Lockdowns Anfang 2020 wenig gefragt waren, beschleunigten die weltweiten Quarantänemassnahmen die ohnehin schon rasante Digitalisierung. Mehr Notebooks und Computer, mehr Kameras, mehr Mikrofone und Drucker für das Home Office. Mehr Unterhaltungselektronik und Spielkonsolen für die Freizeit in den eigenen vier Wänden. Jedes Gerät braucht Halbleiterchips. Neue Mobilfunkstandards, Industrie 4.0, Cloud Computing und immer grössere Rechenzentren verschärfen die Nachfrage zusätzlich.

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