Unternehmen / Schweiz

Schweizer Detailhandel leidet arg

Der stationäre Detailhandel hat Studien zufolge während dem Lockdown 8,5 Mrd. Fr. eingebüsst.

(AWP) Die Coronakrise trifft die stationären Detailhändler, Dienstleister und Gastronomen hart. Laut einer aktuellen Studie liegen die Umsatzeinbussen auf den Verkaufsflächen in der Schweiz durch den Lockdown bei 8,5 Mrd. Fr. Die Betroffenheit ist je nach Branche und Region unterschiedlich.

Gemäss dem am Mittwoch publizierten «Retail Atlas Schweiz» entsprechen die erwarteten Umsatzeinbussen rund 8,1% des erwarteten Jahresumsatzes. Von den Lockdown-Massnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus waren den Angaben zufolge rund 82% der 20,8 Million Quadratmeter Verkaufsflächen in der Schweiz betroffen.

Weniger Ausgaben pro Haushalt

Unter «normalen Umständen» gebe ein Haushalt in der Schweiz in der Periode vom 16. März bis zum 11. Mai im Durchschnitt rund 4’534 Fr. im stationären Gewerbe aus. Dieser Betrag sei wegen des Lockdowns auf 2’481 Fr. zusammengeschmolzen, so die Studie.

Umsatzverluste von weniger als 10% des Jahresumsatzes oder gar leichte Steigerungen verzeichneten gemäss der Erhebung insbesondere Händler im Food-Bereich oder von Gütern des periodischen Bedarfs, die von den Massnahmen ausgenommen gewesen sind.

In der Hälfte der Filialen aller Schweizer Detailhändler, Dienstleister und Gastronomen dürfte die Umsatzeinbusse im Gesamtjahr zwischen 10 und 15% liegen. Auf einem Fünftel der Verkaufsflächen werde der Umsatz im laufenden Jahr dagegen um mehr als 15% zurückgehen.

Am stärksten betroffen seien vor allem Gastronomen und Retailer, die vom Tourismus abhängig sind, wie Reisebüros, Souvenirläden oder Hotelgastronomen, hiess es.

Regionale Unterschiede

Zu den beobachteten regionalen Unterschieden habe insbesondere die Grenzschliessung geführt. So hätten Retailer in den Schweizer Grenzregionen vom Wegfallen des Einkaufstourismus profitiert, während Tourismusregionen stark unter dem Ausbleiben der ausländischen Gäste gelitten hätten.

Grosse Unsicherheit bestehe weiterhin bezüglich der Auswirkungen auf Leerstände, Mietzinsniveau und Renditen im Verkaufsflächenmarkt. Eine zentrale Rolle für die weitere Entwicklung nehme auch das Konsumverhalten der Schweizerinnen und Schweizer ein. Dabei bestehe die Chance, dass ein Teil des während dem Lockdown eingesparten Geldes im laufenden Jahr wieder in den Umlauf kommen wird, hiess es.

Leser-Kommentare