Märkte / Makro

Schweizer Einkaufsmanagerindex steigt erneut

Die Stimmung in der Schweizer Industrie war im Dezember so gut wie lange nicht. Der PMI klettert auf den höchsten Stand seit 2010.

(AWP) Die Schweizer Einkaufsmanager zeigten sich im Dezember weiterhin optimistisch. Der Purchasing Manager’s Index (PMI, saisonbereinigt) für die Industrie erreichte 65,2 Zähler nach 65,1 im Vormonat. Der PMI verharrte somit weit in der Wachstumszone und auf dem höchsten Stand seit Juli 2010, wie die Credit Suisse (CSGN 11.2 -0.97%) am Mittwoch mitteilt, die den Index gemeinsam mit procure.ch ermittelt.

Der wichtige Frühindikator traf damit die Erwartungen der Experten am oberen Rand der Bandbreite: Von AWP befragte Ökonomen hatten einen Wert zwischen 63,0 und 66,0 Punkten prognostiziert.

2017 habe der PMI im Durchschnitt bei 60 Punkten gelegen, so die CS weiter. Ein höherer Jahresdurchschnitt sei nur in den Jahren 2010, 2006 und 2000 verzeichnet worden – allesamt Boomjahre. Der schwächere Franken und die robuste Konjunktur im Ausland wirkten sich derzeit positiv auf die hiesige Industrie aus, die ihre Produktivität unter dem Druck der – zeitweise massiven – Überbewertung der Währung erhöht habe.

Gute Aussichten für 2018

Auch die Aussichten sind positiv: Denn der Dezember-Wert liege nicht nur deutlich über dem hohen Jahresdurchschnitt, auch die meisten Subkomponenten deuteten auf anhaltenden Rückenwind für die Industrie hin. So sind zum einen die Auftragsbücher gut gefüllt: Die entsprechende Subkomponente «Auftragsbestand» kletterte auf 70,0 Punkte von einem bereits hohen Indexstand von 69,3 Punkten im November.

Gleichzeitig seien trotz grösserer Einkaufsmenge und nach wie vor reger Produktion die Bestände an Vorprodukten abgebaut worden, was auf einen überraschend hohen Bedarf schliessen lasse. Zudem seien die Lieferfristen länger und die Einkaufspreise gestiegen – beides Zeichen von Knappheit.

Die «gute» Industriekonjunktur wirke sich zudem langsam auch auf die Arbeitsmarktlage aus: Die Subkomponente «Beschäftigung» stieg im Dezember um 3,5 Punkte auf 58,2 Zähler. 2018 dürfte der Personalaufbau laut den CS-Ökonomen dennoch insgesamt nur schleppend vonstattengehen. Für die Unternehmen habe die Rückgewinnung der Margen und der Gewinne Priorität, so die Begründung.

Dienstleistung mit Ausreisser

Der PMI des Dienstleistungssektors ging derweil deutlich zurück auf 55,7 nach 61,5 Punkten im Vormonat, schloss damit aber immer noch klar oberhalb der Wachstumsschwelle. Ausserdem weise der Dienstleistungs-PMI recht starke Schwankungen auf, weshalb ein einzelner Monatswert nicht überinterpretiert werden sollte, so die CS. Ein Bruch im Aufwärtstrend werde nicht gesehen; die Aussichten für 2018 seien vielmehr auch für den Dienstleistungssektor insgesamt positiv.

Im Gegensatz zur Industrie wurden im Dienstleistungssektor aber auch im Dezember keine neuen Stellen geschaffen: Die entsprechende Subkomponente bewege sich seit Monaten um die Wachstumsschwelle (aktuell -1,9 auf 49,5). Demnach werde weder Personal auf noch abgebaut – von dieser Entwicklung geht die Grossbank auch 2018 aus.

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