Märkte / Makro

Schweizer Exporte legen im Januar wieder zu

Nachdem der Aussenhandel Ende Jahr unter der zweiten Coronawelle litt, kann sich die Schweizer Exportwirtschaft im Januar ein wenig erholen und steigt um rund 5,4%.

(AWP) Die Schweizer Exportwirtschaft hat sich im Januar etwas erholt. Die Ausfuhren stiegen wieder, nachdem sie im Dezember im Zuge der zweiten Corona-Welle nachgegeben hatten.

Konkret nahmen die Exporte gegenüber Dezember saisonbereinigt um 5,4% auf 18,86 Mrd. Fr. zu. Real – also preisbereinigt – resultierte eine Zunahme um 5,7% , wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Im Dezember hatten sich die Exporte in ähnlichen Ausmass zurückgebildet, nachdem sie sich davor zum Teil fulminant vom Corona-Einbruch erholt hatten.

Die aktuellen Werte sind aber nach wie vor deutlich von jenen der Vor-Corona-Zeit entfernt. So hatte die Schweizer Exportwirtschaft davor zum Teil pro Monat Waren im Wert von über 20 Mrd. Fr. ins Ausland abgesetzt. Als die Krise eskalierte, sanken die Ausfuhren dann auf gut 16 Mrd. Fr.

Importe leicht im Plus

Ähnlich war die Entwicklung im Januar bei den Importen. Sie nahmen um 3,3% auf 15,28 Mrd. zu (real: +1,4%). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 3,58 Mrd. Fr.

In beide Handelsrichtungen sei die Chemie- und Pharmabranche ein Wachstumspfeiler gewesen, kommentiert die Zollverwaltung die Zahlen. So stiegen die Exporte der Branche um knapp 10%, im Bereich der Medikamente sogar um über ein Drittel. Chemie und Pharma steuert mehr als die Hälfte zu den gesamten Schweizer Exporten bei. Aber auch die Maschinen- und Elektroindustrie (+3,1%) sowie die Metallindustrie (+3,4%) steigerten im Berichtsmonat ihre Ausfuhren.

Aufgeschlüsselt nach Absatzmärkten entwickelten sich die Ausfuhren nach Nordamerika (+18,0%) deutlich besser als jene nach Europa (+5,9%) und Asien (+3,6%).

Die Ausfuhren nach Asien wurden insbesondere von Japan gebremst, wohin rund ein Viertel weniger exportiert wurde. Die Zollverwaltung erklärt dies mit geringeren Ausfuhren der Chemie- und Pharmabranche in dieses Land.


Uhrenexporte sinken im Januar noch um 11%


Die Exporte von Schweizer Uhren sind weiter rückläufig. Die Erholung, die sich gegen Ende des vergangen Jahres abzeichnete, hat sich im Januar nicht bestätigt. Einzig die Ausfuhr von Uhren nach China legte erneut deutlich zu.

Insgesamt beliefen sich die Uhrenexporte im Januar auf 1,59 Mrd. Fr. Dies entspricht einem Minus von 11% gegenüber dem Vorjahreswert, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilte.

Der Rückgang gegenüber der Vor-Corona-Zeit ist damit wieder markanter als in den Monaten Oktober, November und Dezember, als das Minus erstmals seit Beginn der Pandemie nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich lag. Im April waren die Ausfuhren von Zeitmessern wegen Ladenschliessungen und Reisebeschränkungen um über 80% eingebrochen, ab Juni hatte dann die Erholung eingesetzt, obwohl der Rückgang damals immer noch gut ein Drittel betrug.

China als Ausnahme

Gesteigert werden konnten die Exporte im Januar bei den wichtigsten Absatzmärkten einzig nach China. Das «Reich der Mitte» hat die Pandemie schneller als etwa die USA oder Europa in den Griff bekommen, was auch dem Konsum zugutekam. Da Chinesen kaum mehr auf Reisen gehen, kaufen sie teure Uhren und Schmuck vermehrt im eigenen Land ein. Im Januar kletterten die Exporte von Schweizer Uhren nach China erneut um deutliche 58% in die Höhe, nachdem bereits in den Monaten davor starke zweistellige Wachstumsraten vermeldet worden waren.

Bei allen anderen wichtigen Absatzmärkten sind die Exporte dagegen gesunken, wobei nach Angaben des FH insbesondere in Japan und Grossbritannien staatlich verhängte Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie einen negativen Einfluss hatten.

Weiter fortgesetzt hat sich im Januar auch der Trend, dass günstigere Zeitmesser gegenüber teuren Schweizer Uhren an Boden verlieren. Uhren von Marken wie Swatch und Certina oder von Modelabels wie Puma (PUM 108.20 +1.36%) oder Guess setzt nicht nur die Coronakrise, sondern seit längerem die wachsende Konkurrenz der Apple (AAPL 169.80 +2.72%) Watch oder von Fitnesstrackern zu.

So sackten im Januar die Ausfuhren von Schweizer Uhren mit Exportpreisen von unter 200 Franken wertmässig um rund 30% ab und Exportumsatz mit Uhren in der Preisklasse 200 bis 500 Fr. sanken um knapp 26%. Bei Uhren im Luxussegment musste die Uhrenbranche dagegen lediglich einen Rückgang von 4% hinnehmen.