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Schweizer Aussenhandel leicht gedämpft – Uhrenexporte stabil

Im Februar haben die Exporte abgenommen. Bei den Uhrenexporten kommt es dank einer Erholung der USA zu einer Stagnation gegenüber dem Vorjahr.

(AWP) Die Schweizer Exportwirtschaft hat im Februar einen leichter Dämpfer erlitten. Nach dem positiven Start ins Jahr rutschten die Ausfuhren im Februar leicht ins Minus. Und die Exporte von Uhren sind im Februar im Vergleich zum Vorjahr praktisch stabil geblieben (siehe Box unten).

Konkret nahmen die Exporte gegenüber Januar saisonbereinigt um 1,0% auf 18,70 Mrd. Fr. ab. Real – also preisbereinigt – resultierte eine Abnahme um 1,4% , wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Im Vormonat Januar hatte noch ein sattes Plus von 5,5% resultiert. Die aktuellen Werte sind somit nach wie vor deutlich von jenen der Vor-Corona-Zeit entfernt. So hatte die Schweizer Exportwirtschaft davor zum Teil pro Monat Waren im Wert von über 20 Mrd. Fr. ins Ausland abgesetzt. Als die Krise eskalierte, sanken die Ausfuhren dann auf gut 16 Mrd. Fr.

Bei den Importen kam es im Februar zu einer Stagnation. Sie nahmen um 0,2% auf 15,36 Mrd. ab (real: +0,3%). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 3,34 Mrd. Fr.

MEM-Industrie stabil

Die leicht negative Entwicklung bei den Exporten sei hauptsächlich auf die verringerten Ausfuhren chemisch-pharmazeutischer Produkte zurückzuführen, so die Zollverwaltung. Dieser Bereich steuert mehr als die Hälfte zu den gesamten Schweizer Exporten bei. Daneben seien auch weniger Bijouterie und Juwelierwaren ins Ausland verkauft worden.

Hingegen bestätigten laut den Angaben die Sparten Maschinen und Elektronik die Vormonatswerte. Und die Metallindustrie habe sogar ein Plus verzeichnet.

Aufgeschlüsselt nach Absatzmärkten entwickelten sich die Ausfuhren nach Europa (+0,5%) deutlich besser als jene nach Asien (-5,3%) und Nordamerika (-6,3%).


Uhrenexporte im Februar gegenüber Vorjahr praktisch stabil


Die Exporte von Schweizer Uhren sind im Februar im Vergleich zum Vorjahr praktisch stabil geblieben. Geholfen hat dabei insbesondere eine starke Erholung in den USA.

Insgesamt beliefen sich die Uhrenexporte im Februar auf 1,60 Mrd. Fr. Dies entspricht einem Minus von 0,3% gegenüber dem Vorjahreswert, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilte.

Dabei hätten die Exporte von einem positiven Basiseffekt wegen des schwachen Vorjahresmonats profitiert, als die Corona-Krise ihren Anfang nahm. Wegen der ausgeprägten Unterschiede innerhalb der einzelnen Märkte sei dir Rückkehr auf den Wachstumspfad allerdings noch nicht gelungen.

Gegenüber dem Januar, als noch ein Rückgang von 11% resultiert hatte, kam es gleichwohl zu einer Stabilisierung. In den Monaten davor, also im Oktober, November und Dezember, hatte das Minus erstmals seit Beginn der Pandemie nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich gelegen.

Im April waren die Ausfuhren von Zeitmessern wegen Ladenschliessungen und Reisebeschränkungen um über 80% eingebrochen, ab Juni hatte dann die Erholung eingesetzt, obwohl der Rückgang damals immer noch gut ein Drittel betrug.

USA überholt China als wichtigsten Exportmarkt

Gesteigert wurden die Exporte im Februar insbesondere in den drei wichtigsten Absatzmärkten. Vor allem der Wert der nach China exportierten Uhren und Schmuck hat sich mit 191,4 Mio. Fr. gegenüber Februar 2020 mehr als verzweieinhalbfacht, lag aber tiefer als im Januar 2021. Im «Reich der Mitte» begann die Pandemie etwas früher, wurde aber auch schneller als etwa in den USA oder in Europa in den Griff bekommen. Da Chinesen kaum mehr auf Reisen gehen, kaufen sie teure Uhren und Schmuck vermehrt im eigenen Land ein.

In den neu wieder grössten Markt USA führten die hiesigen Uhrenmanufakturen mit 223,9 Mio. Fr. 8,8% mehr aus als vor einem Jahr. Und auch der drittgrösste Markt Hongkong verzeichnete ein Plus von 9,2% auf 155,9 Mio. Noch unter den Vorjahreswerten lagen die Exporte nach Japan, Grossbritannien und Singapur, den drei nächstwichtigen Märkten.

Weiter fortgesetzt hat sich im Februar auch der Trend, dass günstigere Zeitmesser gegenüber teuren Schweizer Uhren an Boden verlieren. Uhren von Marken wie Swatch und Certina oder von Modelabels wie Puma oder Guess setzt nicht nur die Coronakrise, sondern seit längerem die wachsende Konkurrenz der Apple Watch oder von Fitnesstrackern zu.

So sackten im Februar die Ausfuhren von Schweizer Uhren mit Exportpreisen von unter 200 Fr. wertmässig um über 16% und gemessen an Stückzahlen gar um knapp 40% ab, wogegen der Exportumsatz mit Uhren in der Preisklasse 200 bis 500 Fr. im zweistelligen Prozentbereich zulegte und die Uhren im Luxussegment zumindest in Stückzahlen etwas über dem Vorjahr lagen.