Märkte / Makro

Stillstand bei Uhrenexporten hält an

Nach dem Rekordeinbruch vom April ist der Verkauf von Zeitmessern «Made in Switzerland» auch im Mai auf sehr tiefem Niveau.

(AWP) Die Schweizer Uhrenexporte sind im Mai wegen des Corona-Lockdowns im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Auch wenn der Rückgang nicht ganz so drastisch ausfiel wie im April, ist es im Geschäft mit Uhren praktisch zu einem zweimonatigen Stillstand gekommen.

Das Volumen der Schweizer Uhrenexporte sackte im Mai gegenüber dem Vorjahr nominal um 68% auf 656 Mio. Fr. ab, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag bekanntgab. Real, also preisbereinigt, betrug das Minus ebenfalls 68%.

Bereits in den Monaten Februar, März und April war der Verkauf von Zeitmessern «Made in Switzerland» deutlich geschrumpft. Im April brachen die Uhrenexporte gar um satte 81% ein. In den ersten fünf Monaten ergibt sich nun ein Rückgang um 36% auf 5,74 Mrd. Fr.

Ernüchterung in China

Für die Branche sei es der zweite Monat in Folge, in welchem die Exporte praktisch zum Erliegen gekommen seien, schreibt der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH am Donnerstag. Schliesslich blieben während des Lockdowns in vielen Ländern auch die Uhrengeschäfte geschlossen. Nun dürfen auch sie vielerorts wieder öffnen.

Die Ausfuhren in die für die Schweizer Uhrenbranche wichtigsten Absatzmärkte haben sich mehr als halbiert: In den USA fielen sie um 79%, nach Japan um 74%, nach Frankreich um 78%, nach Singapur um 75%, nach Grossbritannien um 77% oder nach Hongkong um 69% zurück.

Etwas besser entwickelte sich das Geschäft in China. Doch auch nach Festlandchina wurden in Franken gemessen 55% weniger Uhren exportiert. Seit einigen Wochen haben die Shops im «Reich der Mitte» geöffnet. Allerdings scheine die Erholung schleppend zu verlaufen, schreibt der Verband.


Schweizer Exporte stabilisieren sich 


Die Schweizer Exportwirtschaft hat im Mai die Corona-Pandemie weiter zu spüren bekommen. Nach dem Rekordeinbruch vom April sanken die Ausfuhren im Mai zum Vormonat saisonbereinigt aber nur noch leicht um 1,2% auf 16,45 Mrd. Fr. Real – also preisbereinigt – resultierte ein Rückgang von 0,2%.

Die Einfuhren haben sich derweil deutlich erholt. Sie stiegen um 9,8% auf 13,64 Mrd. (real: +13,0%). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 2,81 Mrd. Fr., wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Es gebe Anzeichen einer Erholung, fasst die EZV die Entwicklung zusammen. Zugleich wird relativiert. So lägen auch die Importe nach wie vor deutlich unter dem Stand von März, als die Coronaeffekte noch nicht so stark waren.

Alle Hauptsparten rückläufig

Bei den Exporten entwickelten sich laut den Angaben die drei wichtigsten Sparten – «Chemie und Pharma», «Maschinen und Elektronik» sowie «Präzisionsinstrumente» – erneut rückläufig, wenn auch zum Teil in abgeschwächter Form. Die Uhrenexporte hätten sich gegenüber dem Vormonat verdoppelt, lägen aber noch immer weit von den Werten des Vorjahres entfernt.

Von den drei grossen Absatzmärkten entwickelte sich laut der Mitteilung nur Europa positiv (+2,7%). Die Ausfuhren nach Nordamerika (-3,3%) und vor allem Asien (-13,9%) gingen hingegen zurück.

Bei den Importen bildeten sich die Einfuhren aus Nordamerika ebenfalls zurück (-12,4%). Hingegen nahmen die Einfuhren aus Europa (+11,6%) und Asien (+13,2%) markant zu.

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