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Schweizer Konzerne decken Pensionspflichten besser ab

SLI-Unternehmen haben im Durchschnitt den Deckungsgrad ihrer Vorsorgeverpflichtungen 2017 um fünf Prozentpunkte auf 85% gesteigert.

(KUE/AWP) Schweizer Aktiengesellschaften haben 2017 ihre Pensionsverpflichtungen besser abgedeckt als noch ein Jahr zuvor. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach sind die Vorsorgeverpflichtungen der im Swiss Leader Index (SLI) zusammengefassten 29 wichtigsten Unternehmen der Schweiz zwar um 1,7% oder 3,6 Mrd. Fr. gesunken. Der Uhrenhersteller Swatch Group ist in der Studie nicht enthalten. Das Planvermögen, das diese Verpflichtungen decken soll, stieg aber um 0,4% oder 0,9 Mrd. Fr.

Der durchschnittliche Deckungsgrad der SLI-Gesellschaften nahm somit von 80 auf 85% zu. Grund dafür seien Änderungen in der Rechnungslegung und ein Abbau von Risiken gewesen. «Die Schweizer Unternehmen sind derzeit gut positioniert», sagte Stephan Wildner, Head of Retirement bei Willis Towers Watson. Als Richtwert für eine gute Abdeckung gilt unter Fachleuten eine Spanne von 80 bis 90%.

Abweichungen von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen

Fast alle SLI-Unternehmen (95%) bilanzieren nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS und US-GAAP, die damit auch die Grundlage der Studie bildeten. Demnach müssen sämtliche leistungsorientierten Vorsorgepläne inner- und ausserhalb der Schweiz zur Berechnung der Deckungssituation herangezogen werden.

Die Berechnungen von Willis Towers Watson weichen damit von denen der schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen ab, die nach Swiss GAAP FER26 publizieren. So hatte Ende Mai Swisscanto für Schweizer Unternehmen von einen durchschnittlichen Deckungsgrad von knapp 114% für 2017 berichtet.

Buchgewinne lassen Renditen steigen

Die Schweizer Pensionskassen erzielten nach Berechnungen von Willis Towers Watson trotz niedriger Zinsen allerdings eine Rendite von rund 7,8% verglichen mit 7,1% im Jahr 2016. Was jedoch auch auf verbuchte Kurssteigerungen bei Anleihen zurückzuführen sei – die Kurse bewegen sich immer umgekehrt zur Verzinsung der Papiere. Die aktuelle Marktentwicklung lasse wiederum befürchten, dass in Zukunft in der Vorsorge nicht mehr so hohe Renditen erzielt werden können, hiess es weiter.

Überdurchschnittlich hohe Deckungsgrade weisen die Schweizer Banken auf. So ergibt sich für die Credit Suisse ein Wert von 109,4% und für die UBS von 108,3%. Übertroffen werden sie nur von Vifor mit 111,7%. Wildner erklärt sich die Überdeckung der Banken mit den Kapitalunterlegungsvorschriften, die die Institute befolgen müssen.

Vergleichbare Deckung wie in den USA

Im internationalen Vergleich stehen die Schweizer Unternehmen bezüglich Deckungsgrad gut da, wie Wildner weiter erklärte. Sie befinden sich etwa auf der Höhe von US-Unternehmen, deren Deckungsgrad gemäss dem Willis Towers Watson Pension 100 Index 2017 von 82 auf 87% stieg. Die deutschen Gesellschaften liessen sie sogar deutlich hinter sich. Die Dax-Unternehmen verzeichneten einen Anstieg von 63 auf 68%. Weltweit sind die Deckungsgrade 2017 gestiegen, heisst es weiter.

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