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Schweizer Goldanleger leiden besonders

Der inverse Zusammenhang von Gold und Dollar zeigt seine Schattenseite. Wegen des schwachen Dollars bleiben Schweizer Goldanleger bei der Erholung des Goldkurses aussen vor.

Peter Rohner

Für Schweizer Goldinvestoren ist es derzeit wie verhext. Der Goldpreis kommt einfach nicht aus seinem Tief heraus und notiert in Franken bei 1185 Fr. je Unze auf dem Niveau von April 2010 – und damit fast 30% tiefer als Anfang Jahr.

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Quelle: Bloomberg

Bei der jüngsten Erholung des Goldkurses gehen Schweizer Goldanleger leer aus, da gleichzeitig der Dollar fällt. Die negative Korrelation zwischen dem Goldpreis und dem Dollarkurs scheint eine feste Grösse zu sein. Seit 2007 gemessen beträgt der Korrelationskoeffizient zwischen der wöchentlichen prozentualen Veränderung von Gold (Gold 1513.66 -0.41%) und dem Dollarindex rund –0,5.

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Quelle: Bloomberg

Nur im Frühling 2010 kam es wegen der Eurokrise zu einer Umkehr: Die sicheren Häfen Gold und Dollar liefen in die gleiche Richtung. Aber sonst gilt, dass Gold tendenziell steigt, wenn der handelsgewichtete Dollar schwächelt. Umgekehrt geht ein starker Dollar mit schwächer notierenden Rohstoffpreisen einher, da sie in Dollar gehandelt werden. Beim Gold kommt dazu: Fürchten sich Investoren wegen der unorthodoxen US-Geldpolitik vor Inflation, untergräbt das das Vertrauen in den Dollar und erhöht die Attraktivität von Gold.

In Phasen der Goldschwäche erweist sich der Zusammenhang als natürlicher Hedge. Dann schmälert der steigende Dollarwert die Verluste beim Gold. Das war phasenweise im Frühling der Fall. Der Absturz des Goldpreises war aus Frankensicht nicht gleich brutal, weil sich der Dollar zum Franken deutlich aufwertete.

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Quelle: Bloomberg

Doch seit die US-Notenbank unerwartet den Beginn der Drosselung der Anleihenkäufe im September hinausgeschoben hat, neigt der Dollar zu Schwäche. Wenn der Goldpreis fällt, steigt der Dollar nur minimal, wenn aber Gold zulegt, geht der Dollar in die Knie. Das macht es für Schweizer Anleger besonders schmerzhaft. Während sich Gold in Dollar 10% vom Jahrestief entfernt hat, dümpelt es in Franken auf dem Niveau von Ende Juni vor sich hin. Besser gelaufen sind daher für einmal Produkte und ETF, die das Währungsrisiko absichern.

Solange die US-Notenbank den Rückzug aus der lockeren Geldpolitik hinausschiebt, werden währungsbesicherte Goldinvestitionen besser abschneiden als einfache Goldanlagen, weil der Dollar dadurch geschwächt wird. Wenn die Normalisierung aber näher rückt, wird die Währungsabsicherung «teuer» zu stehen kommen, da keine Wechselkursbewegung den fallenden Goldkurs abfedert. Auch im Falle eines deflationären Schocks und einer Rückkehr in den Krisenmodus wäre ein reines Goldinvestment überlegen. Denn dann stiegen wohl der Dollar- wie auch der Goldkurs.

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