Märkte / Makro

Schweizer Konsumentenpreise sinken im Januar

Das Preisniveau ist im Vergleich zum Vormonat um 0,3% gesunken. Die Werte liegen damit im unteren Bereich der Erwartungen.

(AWP) Die Konsumentenpreise sind im Januar im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunken. Das Preisniveau gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) verminderte sich um 0,3% auf 101,3 Punkte (Basis Dez. 2015 = 100). Innert Jahresfrist betrug die Teuerung damit +0,6%, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte.

Die für den Berichtsmonat ausgewiesenen Werte liegen damit im unteren Bereich der Erwartungen. Ökonomen hatten beim Monatswert -0,3 bis 0,0% und bei der Jahresteuerung +0,5 bis +0,8% geschätzt.

Die Jahresteuerung ist seit dem Sommer wieder deutlich gesunken: noch im August hatte sie bei 1,2% gelegen. Sie liegt damit auch wieder weit unter dem Wert von 2,0%, der von Notenbanken gemeinhin als stabiles Preisniveau bezeichnet wird. Die SNB (SNBN 4710 -0.42%) dürfte entsprechend mit einer Anpassung der Zins- bzw. Geldpolitik weiter zuwarten.

Ausverkauf reduziert Preise

Der Rückgang des Index im Vergleich zum Vormonat ist laut BFS auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf die im Rahmen des Ausverkaufs reduzierten Preise für Bekleidung und Schuhe. Auch die Preise für Heizöl sind gesunken, ebenso wie jene für Medikamente. Gestiegen sind hingegen die Preise für Hotelübernachtungen und jene für Elektrizität.

Vor allem die Importgüter verbilligten sich mit -1,7% im Berichtsmonat deutlich, Inlandgüter wurden derweil um 0,2% teurer. Auf Jahresbasis waren die Werte mit +0,6 bzw. +0,5% praktisch gleich.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, lag im Januar bei 100,63 Punkten. Dies entspricht einer Veränderungsrate von -0,6% gegenüber dem Vormonat und von +0,7% im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Neugewichtung

Das BFS passt den Warenkorb, der dem CPI zugrunde liegt, jährlich an. Allerdings sind die Veränderungen meist relativ gering. Etwas höher gewichtet werden dieses Jahr mit 10,67% etwa Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke oder mit neu 15,47% Produkte für die Gesundheitspflege. Die alten Werte lagen hier bei 10,45 bzw. 15,06%. Weniger Gewicht im Warenkorb haben der Bereich Wohnen und Energie mit neu 25,15% (alt: 25,42%) oder die Warengruppe Verkehr mit 10,75% (11,25%). Wohnen und Energie ist der klar grösste Posten vor Gesundheitspflege und Verkehr.

Grundlage für die Warenkorbgewichtung ist eine jährlich durchgeführte Haushaltsbudgeterhebung (HABE). Bei 3000 per Zufallsverfahren ausgewählten privaten Haushalten werden die Konsumausgaben detailliert erhoben und dann zu einer durchschnittlichen Ausgabenstruktur hochgerechnet. Für die Bereiche, die mit dieser Erhebung nicht ausreichend dokomentiert sind, werden laut den BFS-Angaben zusätzlich Branchen- und Marktforschungsdaten beigezogen.

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