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Unternehmen / Finanz

Schweizer Reduit gegen Apple Pay bricht zusammen

Der Kreditkartenherausgeber Swisscard öffnet sich als erster grosser Issuer dem Bezahldienst des Technologieriesen.

Dem mobilen Bezahldienst Apple (AAPL 156.17 -0.05%) Pay ist es gelungen, in die Phalanx der grossen Schweizer Kreditkartenherausgeber (Issuer) einzufallen. Wie «Finanz und Wirtschaft» erfuhr, wird heute der Issuer Swisscard erklären, seinen Karteninhabern die Apple-Pay-Nutzung ermöglichen zu wollen.

Im November wolle man beginnen, und im Laufe des kommenden Jahres nach Absprache mit Partnern wie Credit Suisse (CSGN 16 0.5%) und Coop den Dienst möglichst auf allen Karten (rund 1,5 Mio.) freigeben, bestätigte Swisscard-CEO Marcel Bührer gegenüber FuW. Entscheide seien aber noch keine gefallen.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Credit Suisse und American Express ist damit der erste der grossen Schweizer Issuer, der Apple Pay den Zugang erlaubt. Der Technologieriese lancierte seinen Dienst hierzulande vor gut hundert Tagen.

Protektion von Twint

Von Anfang an dabei waren die Issuer Cornèr Bank und Swiss Bankers Prepaid Services. Sie geben aber nur eine Minderheit der in der Schweiz im Umlauf befindlichen Kreditkarten heraus. 80% der 6,2 Mio. Karten stammen von UBS (UBSG 17.17 0.06%), PostFinance, Viseca und eben Swisscard.

Zunächst zeichnete sich eine Art Schweizer Reduit ab. Die grossen Issuer, die sich alle im Besitz von Banken befinden, sperrten sich gegen Apple Pay. Die eigene nationale mobile Bezahllösung Twint, die von vielen Instituten getragen wird, sollte nicht konkurrenziert werden.

Am Ende hängt es am Okay der nationalen Issuer, ob mit ihren Karten mobile Bezahldienste genutzt werden können.

«Etliche Tausend» Nutzer

Schon als sich abzeichnete, dass Apple Pay in die Schweiz kommen würde, gab sich Swisscard diplomatischer als andere: «Wir beobachten die Entwicklungen im Markt», sagte Swisscard-Sprecher Urs Knapp damals, «unser Angebot soll den Bedürfnissen der Kunden entsprechen.»

Zu den Nutzerzahlen von Apple Pay in der Schweiz hält sich der Technologieriese auf Anfrage allerdings bedeckt. Nur der zu Cornèr Bank gehörende Issuer Bonuscard teilte zu Beginn dieser Woche vage mit: «Etliche Tausend» ihrer Kunden würden täglich den Service nutzen. Mehr als 14% würden die Registrierungen pro Woche durchschnittlich zunehmen.

Die Schweiz ist nach Grossbritannien das zweite europäische Land, in dem Apple Pay aktiviert wurde. In der Zwischenzeit ist der Dienst auch in Frankreich, Russland und Neuseeland lanciert. Noch im Oktober soll Japan folgen.