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Märkte / Anleihen

Schweizer Vermögensverwalter sind immer weniger gefragt

Innerhalb von zehn Jahren haben hiesige Fondshäuser deutlich an Bedeutung verloren. Dafür gibt es gute Gründe.

Die verwalteten Kundengelder von Schweizer Vermögensverwaltern sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Das zeigt eine gemeinsame Studie des Beratungsunternehmens Willis Tower Watson sowie des Magazins «Pension & Investments», die die Portfolios der 500 grössten Fondshäuser der Welt analysiert hat. Der kleine Makel: Die Erkenntnisse zur Schweiz werden in der Studie nicht mit konkreten Zahlen unterlegt.

Insgesamt haben achtzehn Schweizer Vermögensverwalter Aufnahme unter den weltweit 500 grössten Fondshäusern gefunden. Als einziges Institut hat die UBS (UBSG 16.78 -1.35%) eine Platzierung in den Top zwanzig (Platz 14) geschafft. Dahinter folgen Credit Suisse (CSGN 14.31 -1.31%) (46), Zurich Insurance (ZURN 288.7 0.14%) Group (68), Swiss Life (SLHN 340.2 -0.38%) Asset Managers (85) und Pictet Asset Management (96).

Ausländische Anbieter steigern Marktanteil

Für den Rückgang der verwalteten Vermögen in der Schweiz gibt es laut Tower Watson zwei Hauptgründe. «Einerseits ist der Anteil ausländischer Anlagen gestiegen, andererseits konnten auswärtige Anbieter ihren Anteil stetig steigern. Dies ist auf einen stetig steigenden Anteil ausländischer Anlagen sowie Anbieter zurückzuführen», erläutert Michael Valentine, verantwortlich für das Investment Consulting bei Willis Towers Watson.

Auch das Gesamtvermögen der 500 grössten Vermögensverwalter ist im abgelaufenen Jahr gesunken – erstmals seit vier Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr ist das verwaltete Vermögen um 1,7% auf 76,7 Bio. $ gesunken.

Relativiert wird dieser Rückgang, wenn man die Entwicklung über fünf Jahre betrachtet. In diesem Zeitraum stieg das verwaltete Vermögen um fast 19%. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 3,5%.

BlackRock weiterhin an der Spitze

An der Spitze der weltweit grössten Vermögensverwalter steht weiterhin der US-Riese BlackRock mit 4,6 Bio. $ verwalteten Kundengeldern, gefolgt von Vanguard (3,4 Bio. $), State Street (STT 90.87 0.29%) Global (2,2 Bio. $) und Fidelity (2 Bio. $).

«Im vergangenen Jahr haben das Niedrigzinsumfeld und die Währungsschwankungen die Vermögensverwalter weltweit vor Herausforderungen gestellt, die in der Schweiz sogar noch ausgeprägter waren», sagt Peter Zanella, Head of Retirement Solutions bei Willis Towers Watson.

«Die Asset-Manager wurden seit 2002 mit Ausnahme des Krisenjahres 2008 von jährlich wachsenden Vermögen verwöhnt. Ein Grund dafür waren auch die steigenden Marktrenditen. Doch die Erwartungen für ein starkes Wachstum in traditionellen Assetklassen sehen nun weniger vielversprechend aus», ergänzt Zanella.

Kaum veränderte Portfolios

Die durchschnittliche Zusammensetzung der analysierten Portolios der 500 weltweit grössten Vermögensverwalter hat sich gegenüber 2014 wenig verändert. Die Aktienquote machte im vergangenen Jahr fast unveränderte 45% aus, die Obligationenquote lag bei 33%. Der Anteil an Immobilien lag bei 2%, was einem kleinen Rückgang gegenüber 2014 entspricht.

Bei alternativen Anlagen stellten die Studienverfasser einen Zuwachs von 25% fest. «Dieser Anstieg zeigt deutlicher als alles andere, wie sehr Investoren in einem Umfeld, das auf der einen Seite von sinkenden Zinsen und auf der anderen Seite von zunehmenden Unsicherheiten geprägt wird, unter Druck stehen», sagt Valentine.

Aufseiten institutioneller Kunden nimmt schliesslich die Nachfrage nach anderen Lösungen zu. Schon jetzt umfasst das internationale Durchschnittsportfolio einer Pensionseinrichtung zu 27% alternative Anlagen sowie Immobilien, wie aus einer weiteren Erhebung von Willis Towers Watson hervorgeht.