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Schweizer Vorsorgesystem steht international gut da

Dennoch berechnet die UBS eine Rentenlücke, die 50-jährige Personen nur durch jährliches zusätzliches Vorsorgesparen von 14% des Nettoeinkommens schliessen können.

Mit der finanziellen Altersvorsorge steht die Schweiz im Europavergleich gut da. Die AHV und die Pensionskassenrenten sind substanziell, reichen aber dennoch nicht gänzlich für ein komfortables Leben nach der Erwerbsphase. Dazu muss eine 50-jährige Durchschnittsperson gemäss neuen Berechnungen der UBS (UBSG 15.29 -0.65%) bis zur Pensionierung zusätzlich jährlich 14% des Nettoerwerbseinkommens sparen.

In Deutschland und in Italien müssten 50-Jährige gar rund 30% des Nettolohns dafür hergeben. Günstiger ist es für die Niederländer und die Schweden. Aber sie haben erst mit 68 bzw. 67 Jahren vollen Rentenanspruch und müssen deshalb auch länger in die staatlichen oder obligatorischen Systeme einzahlen.

Sparen und auch investieren

Der gemäss diesen Berechnungen sub­stanzielle Spardruck zur Finanzierung eines komfortablen späteren Lebens­abschnitts wird leichter, wenn schon vor Alter 50 dafür Geld zur Seite gelegt wird. Die UBS rät bei guter finanzieller Situation zu automatisch monatlichen Einzahlungen in die individuelle 3a-Vorsorgesäule.

Die Grossbank empfiehlt überdies, das 3a-Gesparte in grossem Ausmass in diversifizierte Aktienanlagen zu investieren. Dies zumindest dann, wenn bis zur Pensionierung eine noch lange Anlagedauer bleibt. Wertschwankungen könnten dann in aller Regel ausgestanden werden.

Guthaben länger strecken

Die UBS-Vorsorgestudie liefert überdies Vorschläge, wie die Schweiz sachgerecht und damit losgelöst von politischen Kompromissen die finanzielle Altersvorsorge reformieren kann. Ein Höherschieben des Rentenbeginns – wie in einigen anderen europäischen Staaten bereits beschlossen – hielte die AHV trotz Alterung der Bevölkerung länger finanziell flott. In der beruflichen Vorsorge müsse der Rentenumwandlungssatz gesenkt werden. Nur durch niedrigere Monatsrenten lasse sich das individuelle Pensionsgut­haben über das längere Leben strecken.