Märkte / Makro

Schweizer Wirtschaft wächst dynamisch

Das BIP der Schweiz steigt im zweiten Quartal deutlich und legt somit zum fünften Mal in Folge zu. Der bedeutendste Wachstumsimpuls kommt vom verarbeitenden Gewerbe.

(AWP) Die Schweizer Wirtschaft ist auch im zweiten Quartal 2018 stark gewachsen. Treiber des Wachstums waren die Exporte, wovon insbesondere die Industrie profitierte. Der Binnenkonsum verharrte hingegen weiter auf einem tiefen Niveau.

Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,7% und damit stärker, als es Ökonomen erwartet hatten. Gegenüber dem Vorjahresquartal waren es plus 3,4%.

Das BIP habe damit das fünfte Quartal in Folge überdurchschnittlich expandiert und die Schweiz wuchs erneut stärker als der Euroraum, teilte das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mit.

Allerdings hat die Dynamik im bisherigen Jahresverlauf etwas nachgelassen. Denn für das erste Quartal hat das Seco die Wachstumsrate auf 1,0% von bisher 0,6% nach oben revidiert.

Auslandnachfrage stützt Industrie

Der bedeutendste Wachstumsimpuls kam im zweiten Quartal vom verarbeitenden Gewerbe (+1,5%), das gemäss Seco von einer robusten Auslandsnachfrage und der im Vergleich mit den letzten Jahren günstigen Wechselkursentwicklung gestützt wurde.

Entsprechend wuchsen die Warenexporte nach zwei schwächeren Quartalen wieder um deutliche 2,6%. «Vom internationalen Handelsdisput sind bislang kaum Auswirkungen zu spüren», stellt das Seco denn auch fest.

Im Dienstleistungssektor stellte sich die Lage gemäss Seco etwas heterogener dar als zu Jahresbeginn. Das Gastgewerbe (+1,4%) konnte im Zuge zunehmender Übernachtungsgäste aus dem In- und Ausland kräftig zulegen und auch in der Finanzbranche setzte sich der Erholungskurs (+0,4%) fort.

Handel leidet

Der private Konsum wuchs mit 0,3% auf der anderen Seite nur leicht unterdurchschnittlich. Die inländische Nachfrage wurde nach Darstellung des Seco insbesondere vom witterungsbedingt geringen Energieverbrauch gebremst.

Entsprechend büssten einige binnenorientierte Dienstleistungssektoren etwas an Dynamik ein, so etwa der Gesundheitssektor (+0,5%) und die Branche der unternehmensnahen Dienstleistungen (+0,3%). Der Handel (-0,2%) wiederum hatte einen Rückgang der Wertschöpfung zu beklagen, getrieben insbesondere durch die schwache Entwicklung des Grosshandels. Einzig bei den Bauinvestitionen (+0,8%) beschleunigte sich die Dynamik spürbar.

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