Märkte / Devisen

Schwellenländer in der Abwertungsspirale

Ein Mix aus strafferer US-Geldpolitik, Wachstumsflaute und Rohstoffbaisse setzt den Schwellenländerwährungen zu. Die meisten sind noch nicht unterbewertet.

Der brasilianische Real ist noch halb so viel Wert wie vor zwei Jahren, die türkische Lira notiert auf einem Allzeittief und der malaysischen Ringgit ist so billig wie während der Asienkrise. So spezifisch die Faktoren hinter den Abwertungsepisoden auch sein mögen, sie haben einen gemeinsamen Treiber: das nahende Ende der Nullzinsen in den USA. Vor zwei Jahren sorgten bereits die Vorboten für Währungsturbulenzen, als der damalige Fed-Chef Ben Bernanke die Kürzung (Tapering) des Kaufs von Anleihen thematisierte.

Die jüngsten Äusserungen der aktuellen Fed-Chefin Janet Yellen deuten auf eine Leitzinserhöhung im September hin. Dadurch wird sich die Zinsdifferenz zwischen der US-Valuta und den Währungen der Schwellenländer einengen. «Carry Trades verlieren an Attraktivität und werden tendenziell aufgelöst», sagt Thomas Suter, Anlagechef des Währungsspezialisten Quaesta Capital. Bei einem Carry Trade wird ein Kredit in einer Währung mit niedrigen Zinsen, z. B. Dollar, aufgenommen, um in höher verzinsten Währungen zu investieren. Werden solche Handelsstrategien aufgelöst, steigt die Nachfrage nach der Finanzierungswährung (Dollar), während die Hochzinswährungen abgestossen werden.

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