Ausschlaggebend für Jim war die Präsidentschaftsdebatte. Nicht für den Wahlentscheid, den hatte der 61-Jährige, der sein schütteres Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden hat, schon vor vier Jahren gefällt. «Ich kann mir keinen schlechteren Kandidaten als Donald Trump vorstellen», sagt er im ­Gespräch auf seiner Veranda. Das Haus befindet sich in einem gepflegten Quartier von Scranton im Bundesstaat Pennsylvania, einem Swing State, der das Rennen um das Weisse Haus entscheiden könnte (vgl. Pennsylvania). «Ich werde Joe ­Biden wählen», ergänzt er.

Ausschlaggebend war die Debatte für seine Zurückhaltung; seinen Nachnamen will er nicht in der Zeitung sehen, geschweige denn sein Foto. «Als Trump ‹haltet euch zurück, aber haltet euch bereit› an die Adresse der Proud Boys richtete, hörte ich einen Marschbefehl.» Die Proud Boys sind laut FBI eine gewaltbereite, ­extremistische Organisation mit Verbindungen zu weissen Nationalisten. «Zum ersten Mal fürchte ich, dass mein Leben – und das meiner Partnerin – in Gefahr ist. Es ist, als lebten wir in einem Albtraum.» Noch hängt die Fahne zur Unterstützung der demokratischen Kandidaten von der Veranda. Wie lange noch, weiss Jim aber nicht. Sein Nachbar habe seine Fahne nach der Debatte bereits abgenommen. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?