Unternehmen / Immobilien

SFPI wechselt überraschend CEO

Adrian Schenker ist bei der Immobiliengesellschaft zum neuen CEO ernannt worden. Er übernimmt den Posten von Thomas Prajer.

(AWP/GA) Die Immobiliengesellschaft Swiss Finance & Property Investment (SFPI (SFPN 95 0%)) wechselt die Führung aus. Thomas Prajer verlässt das Unternehmen. Der Verwaltungsrat hat Adrian Schenker zum neuen CEO ernannt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Schenker ist Mitgründer der Swiss Finance & Property Gruppe und verfügt gemäss Mitteilung über langjährige Erfahrung im Immobilien- und Finanzbereich. Er ist somit langjähriger Geschäftspartner von SFPI-Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Bauer. Eine von den beiden kontrollierte Gesellschaft ist für Asset Management und Finanzmanagement von SFPI verantwortlich. Anliegen einer guten Corporate Governance werden dadurch in Frage gestellt. Das kommt auch im ZKB-Kommentar zum CEO-Wechsel zum Ausdruck. Bank Vontobel (VONN 51.5 -0.48%) leitet daraus ab, dass Schenker nicht die definitive Wahl sein könnte.

Der Wechsel kommt überraschend. Prajer stiess 2013 von Aldi kommend zu SFPI. Als CEO wirkte er seit April 2015. In dieser Zeit war er auch am Aufbau diverser Fonds beteiligt, darunter der SFP Commercial Properties. Auf den Aktienkurs hatte der Managementwechsel vorerst keinen Einfluss.

Durchwachsene Semesterzahlen

Zudem hat SFPI die Halbjahreszahlen vorgelegt. Unter Ausklammerung des Neubewertungserfolgs und latenten Steuern resultiert unter dem Strich ein Überschuss von 5,3 Mio. Fr. nach 4,2 Mio. Fr. in der entsprechenden Vorjahresperiode. Die ZKB war von einem höheren Ergebnis ausgegangen.

Nach Jahren stetiger Preissteigerungen seien die Immobilienpreise deutlich geringer gestiegen als in den Jahren zuvor. Aus der Neubewertung des Portfolios resultierte eine Zunahme von noch 2,9 Mio. Fr. verglichen mit 6,0 Mio.Fr. zuvor. Der Portfoliowert stieg dadurch sowie durch zwei Zukäufe in den Regionen Basel und Zürich um 6,6% auf 644,8 Mio. Fr.

Die Zukäufe hatten positiven Einfluss auf das gemäs SFPI ausgezeichnete Ergebnis. In Verbindung mit der kontinuierlichen Optimierung der Betriebsausgaben sei der operative Ertrag dadurch deutlich gesteigert worden. Der Liegenschaftenertrag wurde 22% auf 13,1 Mio. Fr.gesteigert, allerdings nahm die Leerstandquote per Ende Juni auf 3,0% zu, verglichen mit 1,7% per Ende 2017.

Ausblick bestätigt

SFPI ist mit genügend Eigenkapital ausgestattet, um die zahlreichen Projekte voranzutreiben. Die Eigenkapitalquote betrug 46,7%. Pro Aktie wurden 94.26 Fr. eigene Mittel ausgewiesen. Die Titel verkehren mit einem Abschlag dazu. Der geringe Streubesitz und die unterschiedliche Stimmkraft der Aktienkategorien rechtfertigen dies. Das Fremdkapital muss durchschnittlich mit noch 1,71% verzinst werden, was den Finanzaufwand entlastet.

Das Management rechnet weiterhin mit einem überzeugenden Unternehmensergebnis 2018, heisst es im Ausblick auf das Gesamtjahr. Dies sollte die Kontinuität der bisherigen Dividendenpolitik ermöglichen.

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