Unternehmen / Konsum

SGS-Grossaktionär steigt ganz aus

Die Familie von Finck will die verbleibende Beteiligung am Warenprüfkonzern verkaufen.

(AWP/GA) SGS (SGSN 2444 0.99%) verliert einen langjährigen Investor. Die Familie von Finck verkauft ihre verbleibende Beteiligung am Genfer Warenprüf- und Inspektionskonzern.

Der Verkauf wird mittels eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens durchgeführt, das am Dienstag über die Bühne gehen soll. Wie die mit der Transaktion betraute Credit Suisse (CSGN 9.12 -0.59%) am Montag nach Börsenschluss mitteilte, betrifft der Verkauf 224’000 Aktien oder 2,96% am Unternehmen. Der Platzierungspreis werde gemäss aktualisierten Angaben bei 2345 Fr. zu liegen kommen, entsprechend einem Abschlag von 4,7% zum letzten Kurs. Der Gegenwert der Transaktion beträgt damit rund 525 Mio. Fr.

Ende einer Ära

Die verschwiegenen, aus Bayern stammenden von Fincks waren seit Mitte der Neunzigerjahre an SGS beteiligt. Um die Jahrtausendwende spielten sie eine aktive Rolle in den damaligen Streitereien um die Führung und die Ausrichtung des Konzerns. 2002 trugen sie wesentlich dazu bei, dass Sergio Marchionne zum CEO ernannt wurde. Bis 2009 stockte die Familie ihren Anteil auf 25% auf. Damals reduzierte sie die Beteiligung auf 15%.

Im Februar dieses Jahres verkaufte sie dann auch für den Verwaltungsrat überraschend ein weiteres grösseres Paket von 12,7% des Kapitals. Die Transaktion geschah «vor dem Hintergrund einer langfristigen Investitionsstrategie und Vermögensplanung», wie die mit der Platzierung betraute Credit Suisse damals mitteilte. Im Rahmen der Februar-Transaktion stockte GBL den Anteil an SGS von 16,7 auf 18,9% auf. Der überwiegende Teil der verkauften Aktien wurde breit platziert.

Am Dienstag eröffneten die SGS-Aktien 2,2% unter dem Vortagesschluss. An den Fundamentaldaten ändert der Ausstieg der Familie von Finck nichts. Positiv ist die Ausweitung des Streubesitzes zu werten. FuW hält deshalb an ihrer Einschätzung fest. Auf dem niedrigeren Kursniveau sind SGS ein Kauf.

 

 

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