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SGS wird vorsichtiger

Die Umsatzprognose für 2019 fällt etwas geringer aus als bisher. Das Margenziel für 2020 wird aber bestätigt.

Statt solide soll der Umsatz des Warenprüf- und Inspektionskonzerns dieses Jahr nur noch bescheiden wachsen. SGS (SGSN 2310 -0.39%) macht dafür «herausfordernde makroökonomische Trends» und einen «anhaltend schwachen Geschäftsgang in einzelnen Segmenten» verantwortlich. Im zweiten Halbjahr wird ein niedriges einstelliges Wachstum erwartet, wie das Unternehmen an einem Investorenanlass in China bekanntgab. Auch werden unrentable Verträge aufgegeben, was den Umsatz schmälert.

Das Augenmerk gilt bis Ende Jahr der angepeilten Profitabilitätssteigerung. Trotz der partiellen Wachstumsschwächen hält das Management daran fest, auch im laufenden Jahr die operative Marge auf bereinigter Basis und zu konstanten Wechselkursen zu verbessern. CEO Frankie Ng und Finanzchef Dominik de Daniel stützen sich dabei auf Effizienzsteigerungen nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem im Sommer angekündigten Restrukturierungsprogramm.

Margenziel 2020 bestätigt

Gemäss mittelfristiger Zielsetzung strebt SGS für 2020 eine operative Marge von mindestens 17% auf bereinigter Basis an. Diese Prognose wurde in Changzhou bestätigt. Die Straffung des globalen Netzwerks soll jährlich 90 Mio. Fr. Einsparungen bringen, wie CEO Frankie NG frühere Schätzungen präzisierte. Die einmaligen Kosten dafür werden wie bisher auf 75 Mio. Fr. veranschlagt.

Auch in Sachen Umsatz soll es 2020 aufwärtsgehen. SGS stellt ein «solides» organisches Wachstum in Aussicht. Grundlage dafür bieten gemäss Unternehmen die Portfolioinvestitionen der letzten Jahre und strukturelle Wachstumsmöglichkeiten. Akquisitionen werden weiterhin angestrebt. Gemäss Frankie Ng hat das Unternehmen auch grössere Objekte auf dem Radar, die 200 bis 400 Mio. Fr. Umsatz bringen würden.

Fokus Asien

Dass SGS Potenzial in Asien sieht, geht hervor aus der Ortswahl für die Investorentage, an denen FuW mit Unterstützung der Gesellschaft teilnimmt. In Changzhou in der chinesischen Provinz Jiangsu und in Taiwans Hauptstadt Taipeh unterhält der Konzern mehrere Prüfstätten und Labore. Die Kunden stammen unter anderem aus der Präzisionstechnologie, der Autoindustrie und der IT-Branche.

Insgesamt erarbeitet SGS rund ein Drittel des Umsatzes in Asien. Im ersten Halbjahr wuchs das Geschäft in der Region Asien-Pazifik organisch 4,4% und damit rascher als der Gesamtkonzern mit 3,5%. In China wächst auch das lokale Geschäft, das nicht vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen ist.

Langfristige Chancen

Die SGS-Aktien verkehren nach dem Aufwärtstrend der letzten Wochen auf einem hohen Niveau. Nach der abgeschwächten Prognose dürfte die Kursentwicklung holpriger werden. Rücksetzer sind einzukalkulieren.

Der Fokus des Managements auf die Profitabilität sollte sich auf lange Sicht aber auszahlen. Bis dann bietet die Dividendenrendite eine Entschädigung.

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