Unternehmen / Schweiz

Short-Seller setzen weniger auf AMS

Tech-Titel stehen weiterhin im Fokus der Leerverkäufer. AMS gewinnen aber etwas Vertrauen zurück.

Technologieaktien kommen bei den Anlegern weiterhin schlecht an: Unter den Top 10 der Short-Positionen im Swiss Performance Index finden sich mit U-Blox (UBXN 73.4 3.6%), Meyer Burger (MBTN 0.3934 3.25%), AMS (AMS 40.88 2.28%) und Sensirion (SENS 34.15 -0.73%) vier Branchenvertreter. Noch immer lastet die Unsicherheit infolge des Handelsstreits zwischen den USA und China auf der Stimmung.

An der Spitze der am meisten ausgeliehenen Aktien im Swiss Performance Index (SPI (SXGE 11981.83 0.89%)) figurieren unverändert die Titel des Pharma- und Biotech-Unternehmens Basilea (BSLN 44.84 14.5%), wie eine Auswertung des Finanzdienstes IHS Markit zeigt. Insgesamt sind 15,8% der ausstehenden Aktien geshortet. Die Aktien des Biotech-Unternehmens sinken seit Monaten trotz günstiger Nachrichten.

Basilea weist daraufhin, dass ausgeliehene Aktien auch für Absicherungsgeschäfte verwendet werden und nicht nur für Wetten auf sinkende Kurse. Bei letzteren verkaufen die Anleger geliehene Titel in der Erwartung, sie später zu günstigeren Kursen zurückkaufen zu können.

Auf den folgenden Rängen gab es eine Rochade. Die Titel des Solarzulieferers Meyer Burger stehen zwar weiter unter Druck, inzwischen notieren sie mit 40 Rappen auf einem Tiefst. Doch auf dem zweiten Platz haben sie trotz einer Gewinnwarnung und schwierigen Aussichten Komax (KOMN 182.4 4.47%) Platz gemacht.

Der Weltmarktführer auf dem Gebiet der Kabelverarbeitungsmaschinen leidet unter dem düsteren Ausblick für die Automobilindustrie. Die Aktien haben seit der Präsentation der Jahreszahlen Mitte März rund einen Viertel an Wert eingebüsst. Ende Juli waren 14,5% der Aktien bspw. für Leerverkäufe ausgeliehen.

Neu unter den Top 10 der Short-Positionen sind Implenia (IMPN 31.6 6.83%). Der Baukonzern hat bei den Investoren Vertrauen verspielt. Die Aktien sind seit dem Höchst Mitte 2018 auf Talfahrt. Auslöser waren zwei Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr, zuerst im August und dann erneut im Dezember. Implenia musste für grosse Projekte Wertberichtigungen vornehmen.

AMS profitieren dagegen von einer positiven Überraschung: Vergangene Woche hat der Chiphersteller unerwartet gute Zahlen vorgelegt. Die Aktien gewannen rund ein Viertel an Wert und notieren wieder über 50 Fr. Das spiegelt sich auch in den Short-Positionen. Allein in den vergangenen sieben Tagen reduzierte sich ihr Anteil an den ausstehenden Titeln um 18,7% auf noch 10,2%.

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