Märkte / Makro

Showdown für die EZB

Die EZB kann den Entscheid über ein breites Wertschriftenkaufprogramm kaum weiter aufschieben. Viele Fragen sind offen, das Enttäuschungspotenzial ist enorm.

Tommaso Manzin und Tina Haldner

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat alles getan, um kein breit angelegtes Wertschriftenkaufprogramm zur quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE) vom Stapel lassen zu müssen. Denn damit verbunden ist fast zwangsläufig der Entscheid, auch Staatsanleihen zu kaufen und sich damit dem Vorwurf der Schuldenfinanzierung auszusetzen. Genau diese grösste und liquideste Anlageklasse fehlte denn auch in allen Programmen, die sie bisher im Kampf gegen die Deflation beschloss. Immer deutlicher zeichnet sich aber ab, dass deren Kaufvolumen nicht reicht, um die Preisstabilität wiederherzustellen.

Der Markt scheint überzeugt, dass die EZB im letzten Akt dieses Dramas um Sein oder Nichtsein eines QE angelangt ist und nächsten Donnerstag eine Entscheidung treffen wird. Es ist just die Erwartung einer noch expansiveren EZB-Geldpolitik, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs für den Euro Knall auf Fall aufheben liess. Sie sah sich nicht mehr in der Lage, diesen Damm, den sie seit 2011 bewachte, gegen eine neue Euroflut zu verteidigen. (Mehr dazu hier.) Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?