«Ihr Völker der Welt . . . schaut auf diese Stadt» – das sagte Westberlins Oberbürgermeister Ernst Reuter anno 1948, als Stalins Panzer die Stadt abriegelten und Rosinenbomber das Nötigste einflogen. Alle vier Jahre schauen die Völker der Welt auf, ausgerechnet, Des Moines – ähnlich gebannt wie diese Gussfiguren von Pionieren: Vater und Sohn plus ortskundiger Indianer (falls man noch so sagen darf). Was heute den Blick hierher lenkt, sind die Parteiversammlungen zur Kandidatenkür für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Nach diesen «Caucuses» wird die Hauptstadt Iowas weitere vier Jahre in der Maisprärie verdösen. Wobei: Des Moines, das seinen Namen französischen Trappern verdankt, ist ein agiler Finanzplatz, der auf die ganzen USA ausstrahlt. Im Versicherungswesen ist die 217 000 Einwohner kleine Stadt in gleichem Zug zu nennen wie Metropolen à la New York und Chicago oder das ebenfalls auf Assekuranz ausgerichtete Hartford, Connecticut. In Des Moines sind über achtzig Versicherer ansässig, grosse Namen wie auch kleine Spezialisten (etwa für die Bedürfnisse von Kirchen, oder auch von Chiropraktikern). Wo, wenn nicht in Des Moines, müssten sich Policen gegen politische Einfalt abschliessen lassen?(Bild:Michael Snell/Robert Harding/Keystone)