Märkte / Devisen

Sichere Währung ganz schwach

Der Yen gilt als Bollwerk für Krisenzeiten. Nun hat er sich gegenüber dem Dollar auf ein Rekordniveau abgewertet.

Der Ukrainekrieg und die daraufhin gestiegenen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Gefahren haben an den Devisenmärkten tiefe Spuren hinterlassen. Zahlreiche Währungspaare notieren auf Extremkursen. Der Euro befindet sich gegenüber dem Dollar auf einem Zweijahrestief. Der Franken notiert zum Euro so stark wie zuletzt während des Frankenschocks. Safe-Haven-Währungen, die in Krisenzeiten gesucht sind, stehen hoch im Kurs. Die wichtigsten sind der Dollar – wegen seiner hohen Liquidität – und der Franken, dank der politischen Stabilität und der niedrigen Inflation.

Der dritte grosse Safe Haven wird seinem Ruf dagegen nicht gerecht: Der Yen ist so schwach wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Am Mittwoch kletterte der Dollar-Wechselkurs zum ersten Mal seit Mai 2002 auf 126 Yen/$.

Die Notenbank schaut zu

Finanzminister Shunichi Suzuki äusserte sich gleichentags besorgt. Scharfe Kursbewegungen seien sehr problematisch, für die Wirtschaft sei ein stabiler Wechselkurs wichtig, sagte er gegenüber den Medien. Verglichen mit den bisherigen Aussagen von offizieller Seite ist das bereits eine deutliche Warnung an die Märkte.

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