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SIG Combibloc übernimmt Joint Venture

Der Verpackungssystem-Spezialist erhält von der saudischen OIG ihren Anteil am gemeinsamen Geschäft und bezahlt unter anderem mit eigenen Aktien.

(AWP) Der Verpackungsspezialist SIG Combibloc (SIGN 23.06 +2.13%) übernimmt die 50% Beteiligung an einem Joint Venture mit der saudi-arabischen Obeikan Investment Group (OIG) vollständig. Das Unternehmen ist in 17 Ländern im Nahen Osten und in Afrika vertreten und vertreibt SIG-Füllsysteme für Kartonverpackungen für die Lebensmittelindustrie.

Finanziert wird die Transaktion mit neu auszugebenden SIG-Aktien aus genehmigtem Aktienkapital, verfügbaren Barguthaben und Kreditfazilitäten, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. OIG erhält demnach rund 17,5 Mio. SIG-Aktien, was einer Beteiligung von rund 5% entspricht, sowie eine Barabgeltung von 167 Mio. €. Neu soll OIG auch im SIG-Verwaltungsrat vertreten sein. Abdallah Al Obeikan, OIG-CEO und derzeit auch Chef von SIG Combibloc Obeikan, wird an der nächsten Generalversammlung zur Wahl in das Gremium vorgeschlagen.

Auf Basis des gestrigen SIG-Schlusskurses (19.16 Fr.) hätte das Aktienpaket einen Wert von rund 335 Mio. Fr. An der Börse kommt der strategische Schritt gut an. Die Aktien gehören zu den grössten Gewinnern im SMIM (SMIM 3'139.79 +1.02%).

Umsatz von 290 Mio. €

In den zwölf Monaten bis zum 30. September 2020 erzielte SIG Combibloc Obeikan einen Umsatz von rund 290 Mio. € und ein Ebitda von rund 80 Mio., wie es weiter heisst. Das Umsatzwachstum habe in den vergangenen 15 Jahren durchschnittlich 14% betragen und das Ebitda-Wachstum 24%. Zum Vergleich: SIG hatte 2019 einen Umsatz von 1,74 Mrd. € erzielt und ein Ebitda von 485 Mio.

Das Gemeinschaftsunternehmen, dass 2001 von SIG und Obeikan gemeinsam gegründet wurde, beliefert die Kunden im Nahen Osten und Afrika aus einer Produktionsstätte in Riad, Saudi-Arabien. Diese soll vollständig in das Netzwerk von SIG integriert werden. Derzeit seien bei mehr als 70 Kunden rund 191 Füllmaschinen im Einsatz.

Positiver Beitrag ab 2021

Ab 2021 rechnet SIG durch die Transaktion mit einem positiven Beitrag zu freiem Cashflow und Gewinn pro Aktie. Die Nettoverschuldung bleibe weitgehend unverändert, wie es heisst.

Mit der Übernahme werde die Präsenz in einer Region mit attraktiven Wachstumsaussichten verstärkt. SIG rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einem Wachstum der Nachfrage von bis zu 6% per annum. Das sei auf die starken Fundamentaldaten wie etwa Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und steigendes verfügbares Einkommen zurückzuführen.

Die Transaktion sei abhängig von wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen. Der derzeitige Chief Operating Officer von SIG Combibloc Obeikan, Abdelghany Eladib, wird bei Abschluss als President & General Manager, Middle East & Africa, Mitglied der Geschäftsleitung von SIG werden.

SIG-Aktien fester

Mit der Komplett-Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens könne SIG das höhere Wachstum in der Region konsolidieren, schreibt der Analyst der Bank Vontobel (VONN 69.70 +0.65%). Im laufenden Jahr habe sich hier das Geschäft trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen und hohen Infektionszahlen in Schlüsselländern gut gehalten. In einigen Ländern gebe es Wachstumspotenzial.

Die komplette Historie zu SIG Combibloc finden Sie hier. »