Märkte / Makro

Singapur als Frühwarner

Die südostasiatische Volkswirtschaft ist ein Frühindikator für den Welthandel. Obwohl sich die Lage leicht verbessert hat, lockert die Notenbank die Geldpolitik.

Singapur ist im dritten Quartal haarscharf an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das ist nicht nur für die 5,8 Mio. Einwohner des südostasiatischen Staates von Bedeutung, sondern auch für die Weltwirtschaft. Denn der Gesundheitszustand der extrem exportlastigen Volkswirtschaft ist immer ein Frühindikator gewesen für die Entwicklung des globalen Handels.

So etwa im Jahr 2008 nach dem Zusammenbruch des US-Geldhauses Lehman Brothers. Die davon ausgehende Vertrauenskrise an den Finanzmärkten führte zu einer Einfrierung des Exportfinanzierungsgeschäfts. Nachdem die Wirtschaft des Stadtstaats 2007 noch über 9% expandiert hatte, schrumpfte sie zwei Jahre danach 0,6%. Die Krise war Anfang 2009 nur wenige Kilometer vor der Küste Singapurs sichtbar, dort lagen Hunderte Schiffe auf Reede und warteten erfolglos auf Fracht. In Europa und den USA ging man damals irrigerweise noch davon aus, dass die Finanzkrise nicht mit voller Wucht auf die Realwirtschaft durchschlagen werde.

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.