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SIX-Aufwertung ist Geschenk des Himmels für UBS

Die SIX Group ist wertvoller geworden. Davon profitieren die Banken, die am Börsenkonzern beteiligt sind.

Weil ihre Beteiligung am Börsenkonzern SIX Group wertvoller geworden ist, konnte UBS (UBSG 12.055 0.88%) ihren Gewinn 2018 um 460 Mio. $ auf 5,9 Mrd. $ aufbessern. Ohne den Aufwertungsgewinn wäre das Vorsteuerergebnis der Grossbank 7,7% tiefer ausgefallen. Für die Banken ist die SIX-Aufwertung, für die sie keinen Finger rühren mussten, ein Geschenk des Himmels.

Es ist nicht bekannt, mit welchem Wert die SIX-Beteiligung bei den Banken in den Büchern steht. Falls Credit Suisse (CSGN 12.395 1.97%) die gleichen Richtlinien zur Verbuchung angewandt hätte wie UBS, würde das ihre Rechnung um 350 Mio. Fr. (10% des Jahresergebnisses) verbessert haben. Jedoch hatte die SIX-Sache gemäss CS-Sprecher Andreas Kern 2018 weder auf die Erfolgsrechnung der Credit Suisse noch auf die Bilanz einen Einfluss.

Der SIX-Konzern hat 2018 das Kreditkartengeschäft Payment Services an die französische Worldline verkauft. Der Preis belief sich auf Aktien der Worldline im Gegenwert von 2,75 Mrd. Fr., dazu kommen 338 Mio. Fr. in bar. UBS hält 17% der SIX, Credit Suisse 13%. Die 460 Mio. $ reflektieren damit genau den Anteil, den UBS indirekt an Worldline hält.

Wie die Vermögensverwaltungsbank EFG (EFGN 6.94 0.43%) diese Woche bekannt gab, hat sie 2018 einen SIX-Aufwertungsgewinn von 22,8 Mio. Fr. über die Erfolgsrechnung verbucht. Somit ergab sich bei ihr eine Verbesserung des Vorsteuergewinns um 40% auf 80,2 Mio. Fr. Andere Banken, die an der SIX beteiligt sind, profitieren ebenfalls ohne eigenes Zutun. So hat die Bank Vontobel (VONN 55.95 -0.27%), historisch eine der führenden Börsenbanken der Schweiz, ihren SIX-Anteil von 12,6 auf 90,8 Mio. Fr. aufgewertet. Anders als UBS und EFG buchte Vontobel den Betrag aber erfolgsneutral direkt ins Eigenkapital. Auch Julius Bär (BAER 42.89 1.85%) nimmt die Aufwertung direkt ins Eigenkapital.

Die Bellevue (BBN 22 2.8%) Group hat ihre Beteiligung an der SIX Group um 22,7 Mio. auf 43,8 Mio. Fr. aufgewertet. Einschenken dürfte die SIX-Transaktion ausserdem bei Martin Ebners BZ Bank, die in den Neunzigerjahren im Börsenhandel führend war und wie Bellevue und Vontobel ein grösseres Paket SIX-Aktien halten dürfte. Insgesamt hat die SIX rund 130 Aktionäre, die alle im Börsenhandel aktiv sind oder waren.

Der SIX-Aufwertungsgewinn bringt unmittelbar keinerlei Einnahmen. In der Kasse ist nichts. Vorerst gibt es folglich gar nichts zu verteilen. Und wie EFG in ihrem Jahresbericht andeutet, birgt ihre Buchhaltungsmethode gewisse Risiken. Eine Veränderung des Worldline-Aktienkurses um 10% beeinflusst den Gewinn der Bank mit 3,5 Mio. Fr.

Cash gibt es erst, wenn die SIX den Baranteil des Kaufpreises als Sonderdividende ausschüttet. Die Grossbanken erhalten dann 57 Mio. Fr. (UBS) bzw. 44 Mio. Fr. (Credit Suisse).

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