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SIX erhält Bewilligung für KMU-Börsensegment Sparks

Die Börsenbetreiberin hat die Genehmigungen erhalten, um ihr Angebot für kleinere und mittlere Unternehmen ausweiten zu können.

(AWP) Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX Swiss Exchange ist mit ihrem Plan, ein spezifisches Angebot für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) zu schaffen, einen Schritt weiter. Das entsprechende Börsensegment mit dem Namen «Sparks» habe die Genehmigungen der zuständigen Behörden erhalten, teilte die SIX am Montag mit.

Die Vorbereitungen für die Lancierung des Segmentes seien nun in vollem Gang. Schon in gut einem Monat, ab dem 1. Oktober, könnten sich KMUs kotieren lassen. Alle Regeln und Vorschriften würden in den kommenden zwei Wochen veröffentlicht.

Geringere Anforderungen

Laut Angaben auf der SIX ist das «Sparks»-Segment für Unternehmen gedacht, die mindestens zwei Jahre alt sind und eine Marktkapitalisierung von voraussichtlich weniger als 500 Millionen Franken aufweisen. Steigt diese über einen Zeitraum von 12 Monaten auf über 1 Mrd. Fr., muss ein Wechsel ins Hauptsegment erfolgen.

Weitere Anforderungen sind laut den Angaben, dass der Anteil der frei handelbaren Aktien mehr als 15% beträgt und dieser «Free float» einer Marktkapitalisierung von mehr als 15 Millionen entspricht.

Somit sind die Hürden etwas tiefer als für einen «normalen» Börsengang. Bei einem solchen muss das Unternehmen mindestens seit drei Jahren bestehen, der «Free float» muss mindestens 20% betragen und der Wert des «Free floats» mindestens 25 Mio. Geringer sind auch die Eigenkapitalanforderungen.

Kürzerer Handel

Anders sind laut einem Papier der SIX auch die geplanten Handelszeiten. Während im «Main Market» zwischen 9 Uhr und 17.40 Uhr gehandelt werden kann, ist für das «Sparks»-Segment eine deutlich verkürzte Handelsdauer geplant. So soll die Eröffnungsauktion erst um 15 Uhr stattfinden, der Handel dann aber ebenfalls bis 17.40 Uhr laufen.

Nachfrage vorhanden

Laut einem SIX-Sprecher entspricht ein solches KMU-Segment seit Jahren einem Bedürfnis. Trotzdem rechnet er nicht damit, dass schon per 1. Oktober ein erstes IPO stattfinden wird. «Wir gehen aber davon aus, dass wir noch im Lauf des Jahres einen ersten Börsengang sehen werden», sagte er.

Keine Angaben wollte er machen, wie gross dieses Segment dereinst werden soll. Noch offen ist auch, ob es einen eigenen Index geben soll, sollte die Zahl der «Sparks» irgendwann ausreichend gross sein. «Aktuell ist es nicht geplant, man kann es aber für die Zukunft auch nicht ausschliessen», so der Sprecher.