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SIX soll für Mailänder Börse bieten

Insidern zufolge hat sich die Schweizer Börse im Rennen um die Mailänder Börse der Euronext und der Deutschen Börse angeschlossen.

(Reuters) Der Schweizer Börsenbetreiber SIX liegt Insidern zufolge im Übernahmekampf um die Mailänder Börse vor den Rivalen Deutsche Börse (DB1 147 -0.47%) und Euronext aus Frankreich. Die SIX habe das höchste Angebot für die Borsa Italiana abgegeben, sagten zwei mit dem Deal vertraute Personen am Montag. Die drei Angebote würden den Betreiber des Aktienmarktes in Mailand mit rund 3,5 bis 4 Mrd. € bewerten, sagte ein Insider.

Die Borsa Italiana gehört dem Londoner Börsenbetreiber LSE (LSE 8708 -0.87%), der die Tochter zumindest zum Teil verkaufen muss, um von der EU-Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die 27 Mrd. $ teure Übernahme des Datenanbieters Refinitiv zu bekommen. LSE und SIX lehnten Stellungnahmen ab.

Nach der jüngst abgeschlossenen Übernahme der Madrider Börse BME (BME 32.94 0%) ist die SIX gemessen an den Einnahmen der drittgrösste Börsenbetreiber Europas. Und die Schweizer peilen weitere Zukäufe an. Die SIX sei entschlossen, die Borsa Italiana zu kaufen, habe indes aber nicht die Absicht, sich für den Deal mit einem italienischen oder einem Partner aus der Euro-Zone zusammenzutun, sagte ein Insider. Das Angebot sei vollständig finanziert. SIX sei offen, die Führung der Borsa Italiana mit den italienischen Behörden zu diskutieren und die BME-Übernahme als Blaupause für die Transaktion zu nehmen.

Die französische Börse Euronext erklärte am Montag, dass sie gemeinsam mit der italienischen Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti und dem italienischen Institut Intesa Sanpaolo (ISP 1.5806 -1.64%) ein unverbindliches Angebot für die Mailänder Börse unterbreitet habe. Die Regierung in Rom sei sehr daran interessiert, dass Euronext die Oberhand gewinnt, da sie ein Mitspracherecht bei der zukünftigen Strategie und beim Management der Borsa Italiana anstrebe, sagte eine der mit der Sache vertrauten Personen. Italiens Finanzminister Roberto Gualtieri soll Insidern zufolge in der vergangenen Woche bei einem privaten Treffen in Rom mit Euronext-Chef Stephane Boujnah über die Zukunft der Mailänder Börse gesprochen haben.

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