Unternehmen / Schweiz

SIX zieht die Schraube an

Mit der strengen Auslegung der Buchhaltungsnorm Swiss GAAP FER schränkt die Börse den buchhalterischen Spielraum ein.

Bei Diskussionen über die Deutung von Rechnungslegungsstandards werden selbst nüchterne Buchhalter und Prüfer emotional. Aktuell wird in Revisoren- und Finanzkreisen wieder einmal der ausserordentliche Aufwand heftig diskutiert.

Auslöser ist der Sanktionsantrag der SIX Exchange Regulation, der Börsenaufsicht, Meyer Burger zu belangen, wegen der Erfassung ausserordentlichen Aufwands im Jahresabschluss 2016 . Die Debatte wird jetzt neu angefacht mit der am Freitag bekannt gewordenen Einigung zwischen der Aufsicht und Meier Tobler.

In beiden Fällen argumentiert die SIX Exchange Regulation, die Emittenten hätten zu Unrecht Aufwendungen als ausserordentlich taxiert. Die Buchungen seien keine «äusserst seltenen und nicht vorhersehbaren Ereignisse» gewesen, wie Swiss GAAP FER es definiert. In beiden Fällen hatte die Revisionsgesellschaft die Jahresrechnung abgenommen. Meyer Burger hat wegen des Verfahrens der Börse ein zusätzliches Prüfergutachten eingeholt. Dennoch droht jetzt eine sechsstellige Busse plus mehrere zehntausend Franken Verfahrenskosten.

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