Märkte / Aktien

SMI legt dank Schwergewichten zu

Der Schweizer Aktienmarkt geht mit klaren Gewinnen ins Wochenende. Auftrieb verliehen die Kursgewinne der Schwergewichte.

(AWP/Reuters/RI) Nach einem kleinen Taucher am Donnerstag, ging es für den Schweizer Aktienmarkt zu Wochenschluss wieder nach oben. Der Leitindex SMI (SMI 10211.53 -1.15%) schloss mit einem Plus von 0,8%. Dabei hielten vor allem die Kursgewinne der Marktschwergewichte den Leitindex in der Gewinnzone, was wenigstens zu einem Teil auch dem grossen Quartalsverfall an der Eurex geschuldet sein dürfte, hiess es am Markt.

Die Anleger schwankten zwischen Konjunkturhoffnungen und der Angst vor einer zweiten Welle der Ansteckungen mit Covid-19, so der Tenor weiter. «Und derzeit überwiegen anscheinend die Konjunkturhoffnungen», sagte ein Händler und verwies auf die US-Konjunkturzahlen vom Vortag, wonach sich die Aussichten in den USA aufgehellt haben.

Auf Wochensicht verzeichnete der SMI ein Plus von 4,8%, der marktbreite SPI (SXGE 12701.95 -1.1%) gewann 4,7%.

Nestlé stützt

Tragende Säulen des Marktes waren die Papiere des Lebensmittelriesen Nestlé (NESN 108.22 -0.77%), die wieder nahe ihrem Jahreshoch von 110,20 Fr. notierten, sowie die beiden Pharmatitel Novartis (NOVN 80.2 -1.37%) und Roche (ROG 331.8 -0.75%). Roche überzeugt die Anleger mit einer Studie zu einem Mittel gegen Prostatakrebs.

Angeführt wurden die Gewinner von zyklischen Valoren wie Richemont (CFR 60.84 -1.27%), Swatch Group (UHR 209.1 -1.51%). Die Coronakrise trifft die Branche hart, doch immerhin hätten am gestrigen Donnerstag die Mai-Daten zu den Uhrenexporten auf eine gewisse Entspannung hingedeutet. Richemont profitierten Händlern zufolge zusätzlich von Sektorumschichtungen.

Bei den Verlierern war kein klarer Trend auszumachen. Am Ende der Rangliste standen die zyklischen UBS (UBSG 9.974 -2.31%), aber auch Swiss Re (SREN 68.16 -1.3%) und LafargeHolcim (LHN 41.26 -1.69%) gaben nach.

Gefragte Meyer Burger

Unternehmensnews waren derweil Mangelware. Der Solarmaschinenbauer Meyer Burger plant, in Eigenregie eine Solarzellenproduktion aufzubauen. Dafür muss er über eine Kapitalerhöhung 165 Mio. Fr. einsammeln.

Der kriselnde Asset-Manager GAM rechnet für das erste Semester mit einem Verlust von rund 400 Mio. Fr. In einer Sekundärplatzierung werden 17 Mio. Aktien des IT-Unternehmens SoftwareOne (SWON 24.45 -2%) angeboten.

Am breiten Markt fielen SoftwareOne zurück. Drei Grossaktionäre hatten ihre Beteiligung am IT-Unternehmen deutlich abgebaut und 17 Mio. Aktien zu je 22,50 Fr. platziert.

Mit den Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 28.1 -2.19%) ging es nach unten. Die Ratingagentur Moody’s hat erneut das Kreditrating für Dufry gesenkt mit «negativem» Ausblick.

Im Aufwind befanden sich die Aktien von Börsenneuling Ina Invest (INA 18.4 0.11%). Händler berichteten über ein anziehendes Interesse seitens Retailinvestoren nach dem Immobilienwert.

 

Euro-Franken stabil

Der Eurokurs hat sich am Freitag nicht über der Marke von 1,12 $ halten können. Nachdem die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1258 $ gestiegen war, kostete sie am späten Nachmittag 1,1195 $. Das war etwas weniger als am Morgen.

Zum Franken büsste der Euro ebenfalls leicht Terrain ein. Das EUR/CHF-Währungspaar kostete am Abend 1,0652 nach 1,0659 am Morgen. USD/CHF wurde am Abend mit 0,9510 marginal höher gehandelt als am Morgen.

Ölpreis etwas höher

Die Ölpreise haben am Freitag im Fahrwasser steigender Aktienkurse zugelegt. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.16 1.03%) 42,43 $. Das waren 93 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 40.28 0.95%)) stieg um 1,07 $ auf 39,91 $.

Die Ölpreise profitierten laut Beobachtern vor allem von der guten Stimmung an den internationalen Aktienmärkten. Rohstoffe zählen zu den riskanteren Anlageklassen, die meist von einer guten Finanzmarktstimmung profitieren.

Gemischte Vorgaben

An der Wallstreet gab der Leitindex Dow Jones (Dow Jones 26815.44 0.2%) am Donnerstag den zweiten Tag in Folge leicht nach, wobei er seine Abgaben nach dem europäischen Börsenschluss noch etwas ausbaute. Belastet wird die Stimmung an den Märkten vor allem von der Sorge um eine zweite Welle der Coronaviruspandemie.

Die Börsen in Fernost handelten am Freitag mehrheitlich positiv. Der Nikkei 225 konnte im Tagesverlauf 0,6% zulegen, während der breite Topix unverändert schloss. Die Börsen in China zeigten sich freundlicher. Der südkoreanische Kospi gewann 0,2%.