In China werden Journalisten mundtot gemacht, in der westlichen Welt zeigt sich, dass das andere Extrem genauso schädlich sein kann: Die Berichterstattung über das Coronavirus ist – gemessen an seiner Bedeutung – extrem überzogen. Aber die Sensationsgier der Massen will befriedigt werden, denn Schlagzeilen bringen Geld. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen, für die Realwirtschaft und auch für den Aktienmarkt.

Die ohnehin unbegründete Panik wird durch die Presse verstärkt, doch während die Grippe in der Schweiz dieses Jahr voraussichtlich 500 bis 1500 Menschenleben fordern wird, liegt die Zahl der Coronainfektionen aktuell bei null. Und selbst in China rechnen Ökonomen nur mit einer geringfügigen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums von 6 auf 5,6%, weltweit von 3,3 auf 3,2%. Aber nach den hohen Gewinnen der Vergangenheit reichen auch Fake News für eine Korrektur der Börsen – der Herdentrieb besorgt den Rest, denn nur zuzuschauen, während die Kurse fallen, ist auch keine Lösung. Dabei gibt es auch seriöse Quellen mit vernünftig aufbereiteten Zahlen, die zeigen, dass Covid-19 vergleichsweise harmlos ist.

Doch Fakten interessieren derzeit nur wenige, und so stürzte der SMI (SMI 9065.49 0.77%) zu Wochenbeginn deutlich ab und verliess dabei den Aufwärtstrendkanal der Vormonate. Auf starke Korrekturtage folgt in aller Regel eine weitere Abwärtsbewegung, sodass Anleger sich nicht auf eine nachhaltige Atempause an der nächsten technischen Haltezone um 10’500/10’600 verlassen sollten.

Erst zwischen 9800 und 10’150 steigen die Chancen auf eine Bodenbildung wieder, dort fallen ein bereits bewährter horizontaler Haltebereich und die Untergrenze des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals zusammen mit dem ebenfalls als Stabilisator populären 200-Tage-Durchschnittspreis (violett). Dort beginnt dann ein preislich interessantes Niveau für Nachkäufe, da sich der Viruseffekt auf den Markt irgendwann abnutzen dürfte.

 (Quelle der Grafiken: www.iquant.ch)

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