Durch den Sprung über den ohnehin schon steigenden Aufwärtstrend (grün) um 9410/9420 zeichnete sich zu Wochenbeginn noch eine Beschleunigung des Jahresendspurts ab. Doch am Dienstag folgte dann die Ernüchterung: An nur einem Handelstag verlor der Index seinen jüngsten Kursgewinn vollständig. Drastisch sichtbar wird dies vor allem im Kerzenchart, der Eröffnungs-, Hoch-, Tief und Schlusskurse eines Tages in einer sogenannten Kerze (Candle) visualisiert. Hier zeigt sich, dass der SMI (SMI 8551.02 -2.17%) nach Handelsbeginn fast nur noch gefallen ist (das Tageshoch lag unwesentlich höher) und am Tiefstkurs des Tages geschlossen hat.

Das Resultat ist eine lange schwarze Kerze, die nach mehrtägigen Aufwärtsbewegungen (mit weissen Kerzen) seit Oktober vier Mal in ähnlicher Form vorgekommen ist. In zwei dieser Fälle folgte darauf eine Konsolidierung von etwa drei Wochen, in zwei weiteren Fällen sogar ein Einbruch um fast 300 Punkte – beides erscheint nicht besonders verheissungsvoll.

Ein weiteres Warnsignal wäre es, wenn der Index heute den Aufwärtstrend seit Monatsbeginn nach unten durchbricht (grauer Kanal um 9400). Das nächste Kursziel bildet dann der Bereich um 9330/9370, wo der Monatsdurchschnitt (blaue Kurve) und eine bereits bewährte, horizontale Wendezone zusammentreffen (rot).

Geht es weiter abwärts, ist erst um 9250/9280 wieder ein potenzielles Bodenbildungsareal erkennbar, bevor dann die massive Kaufzone um 9050 eine stärkere markttechnische Unterstützung bildet. Dass es so weit nach unten geht, ist aus heutiger Sicht zwar noch das weniger wahrscheinliche Szenario, doch auch die Chancen auf eine nahtlose Fortsetzung der Rally nach oben sind extrem gesunken. Anleger müssen sich eventuell bis ins neue Jahr gedulden, bevor die Aussichten dann besser werden und die Rekordstände des SMI um 9500/9550 wieder in den Fokus rücken. Immerhin könnte eine Konsolidierung gute Einstiegsgelegenheiten bieten (passende Papiere, um auf steigende und fallende Kurse zu spekulieren, zeigt die Tabelle unten).

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