Märkte / Aktien

SMI etwas fester

Der Schweizer Aktienmarkt schliesst mit einem SMI von +0,10%. Unter den Tagesgewinnern befinden sich Dufry, Swatch und Grossbank UBS.

(AWP/Reuters) Der Schweizer Aktienmarkt hat den Mittwochshandel mit einem leichten Plus beendet und damit die Einbussen vom Vortag gemildert. Nachdem der Leitindex SMI (SMI 11'108.88 +1.26%) am Morgen noch zeitweise im Minus lag, setzte sich ab dem Mittag eine leicht positive Stimmung durch. Händler sprachen von einer anhaltenden Konsolidierungsstimmung. Seit der SMI vor etwa zwei Wochen beim Angriff auf das bisherige Rekordhoch bei 11’270 Punkten gescheitert sei, scheine er charttechnisch etwas angeschlagen.

Im Vorfeld des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed am Abend hätten sich sie Anleger zurückgehalten, hiess es weiter. An den Märkten hatte zuletzt eine Debatte über ein Zurückfahren der geldpolitischen Unterstützung begonnen. Bisher hat die US-Notenbank stets darauf verwiesen, dass es für eine schärfere Gangart bei der Geldpolitik noch zu früh sei. Positive Aussagen kamen am Nachmittag von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Sie sieht «gute Anzeichen» bei den Konjunkturdaten und erwartet einen robusten wirtschaftlichen Aufschwung in der Eurozone im zweiten Halbjahr. Kurzfristig seien die Risiken aber weiter nach unten gerichtet und die Wirtschaft brauche weiter Unterstützung.

Der SMI schloss 0,10% fester auf 11’103,46 Punkten (Tageshoch 11’127 Pkt). Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann 0,11% auf 1802,64 Zähler, und der breite SPI (SXGE 14'266.24 +1.27%) war mit -0,05% bei 14’287,66 Punkten kaum verändert. Im SLI standen 15 Gewinner 14 Verlierern gegenüber, Novartis (NOVN 78.88 +1.12%) schlossen unverändert.

Stärkster Wert war nachrichtenlos Swatch, deren Aktien um 2,2% zulegen konnten. Die erwartete Belebung der Tourismusbranche in den Sommermonaten und mögliche Lockerungen für die steigende Zahl der Geimpften dürfte auch dem Uhrenhersteller in die Hände spielen, hiess es am Markt. Wettbewerber Richemont (CFR 95.08 +2.37%) (+0,5%) schloss ebenfalls etwas fester.

Stärker zeigten sich auch die Grossbanken UBS (+1,9%) und CS (+1,6%). Diverse Analysten haben sich durchaus wohlwollend zu den beiden Banken geäussert – die Papiere der CS wurden von der UBS gar neu zum Kauf empfohlen. Zudem hat der Konkurrent Deutsche Bank das beste Quartal seit sieben Jahren erzielt, und die spanische Grossbank Santander konnte den Nettogewinn verfünffachen.

Auch die Versicherungstitel Swiss Life (SLHN 448.40 +1.2%) (+1,3%), Swiss Re (SREN 85.80 +1.49%) (+0,9%) und Zurich (+0,6%) legten zu. Der französische Versicherer Scor hatte am Morgen einen überraschend hohen Betriebsgewinn ausgewiesen.

ABB (ABBN 30.62 +3.83%) (+0,6%) wurden derweil von guten Analystenkommentaren gestützt. Kühne + Nagel (KNIN 281.50 +2.89%) (+0,3%) konnten die Abgaben im Nachgang der Zahlen vom Montag stoppen.

Auf der Verliererseite stachen bei den Blue Chips Schindler (SCHP 259.80 +0.85%) mit Abgaben von 3,4% heraus. Die Quartalszahlen des finnischen Wettbewerbers Kone (KNEBV 66.46 +1.39%) haben enttäuscht, insbesondere der Auftragseingang lag unter den Erwartungen. Schindler wird an Freitag Zahlen vorlegen. Insbesondere in China wird eine starke Erholung erwartet.

In den USA legen derzeit viele Software- und Computerfirmen Ergebnisse vor. Hierzulande legten AMS (AMS 17.65 +9.12%) (+1,4%) kräftiger zu, während Logitech (LOGI 103.20 +2.69%) (-1,3%) und Temenos (TEMN 130.50 +0.5%) (-0,9%) klar im Minus schlossen. Der Computerzubehör- und Unterhaltungselektronik-Hersteller legt am Donnerstag Zahlen vor.

Auch mit Sonova (SOON 274.10 +1.14%) (-1,1%), Givaudan (GIVN 3'902.00 +2.31%) (-0,8%) und Adecco (ADEN 59.54 +0.61%) (-0,6%) ging es etwas deutlicher bergab.

Die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (-1,0%) und Novartis (unv.) zeigten sich uneinheitlich, Nestlé (NESN 108.72 +0.7%) (+0,2%) gewannen leicht hinzu.

Mehr Bewegung sah man bei einigen Aktien aus der zweiten Reihe. So hat Swiss Steel (+3,7%) positive Eckwerte zum Quartal veröffentlicht. Der Stahlhersteller konnte eine deutliche Erholung bei Auftragseingang, Verkaufsvolumen und Ergebnis melden.

Deutlich nach unten ging es mit Barry Callebaut (-5,9%, 2060 Fr.), nachdem Hauptaktionärin Jacobs über Nacht ein 10% schweres Aktienpaket zum Preis von 1990 Fr. je Aktie bei Investoren platzierte. Analysten sprachen von einer «Kaufgelegenheit» und verwiesen auf einen positiven Effekt durch den höheren Freefloat.

Santhera (+9,2%) hat einen Studien-Erfolg beim Mittel Vamorolone bei Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) gemeldet. Die Daten würden eine Aufrechterhaltung des Behandlungseffekts belegen und im Vergleich zu anderen Mitteln weniger nachteilige Effekte. Zudem konnte das Unternehmen Fortschritte beim geplanten Umtausch einer Wandelanleihe im Volumen von 60 Mio. Fr. melden.

 

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Euro tendiert zu Dollar und Franken leichter – Fokus auf US-Geldpolitik

Der Euro hatte am Mittwoch nach anfänglichen Kursverlusten zugelegt. Die Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,2097 $ gehandelt. Zuvor war sie noch bis auf 1,2056 $ gefallen.

Zum Franken notierte der Euro am späten Nachmittag wenig verändert bei 1,1041 nach 1,1053 Fr. am Morgen. Das USD/CHF-Währungspaar wurde derweil bei einem Stand von 0,9128 Fr.  etwas leichter als am Morgen gehandelt.

Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatten den Euro etwas gestützt. Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet einen robuste wirtschaftlichen Aufschwung in der Eurozone im zweiten Halbjahr. Man sehe «gute Anzeichen» bei Konjunkturdaten, sagte Lagarde. Es sei aber noch zu früh um zu sagen, ob Europa das schlimmste der Corona-Krise schon hinter sich habe. Die Wirtschaft der Eurozone brauche daher weiterhin die Unterstützung durch die Geld- und Fiskalpolitik.

Der Euro befindet sich seit Anfang April in einem Aufwärtstrend. Auch die zunehmenden Impffortschritte in der Eurozone hatten den Euro gestützt. Die Finanzmärkte schauten derweil an diesem Mittwoch auf die US-Geldpolitik. Am Abend gibt die Notenbank (Fed) die Entscheidungen bekannt.

Ein Kurswechsel wird erst einmal nicht erwartet: Die Fed dürfte ihre extrem lockere Linie aus Leitzinsen nahe der Nulllinie und Wertpapierkäufen von 120 Mrd. $ je Monat bestätigen. Experten erwarten deshalb, dass sich der Dollar nach Bekanntgabe der geldpolitischen Entscheidungen erst einmal nicht deutlich von den Verlusten im April erholen sollte – falls US-Notenbankchef Jerome Powell nicht doch im Laufe der Pressekonferenz schärfere Töne anschlagen sollte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2070 (Dienstag: 1,2088) $ fest. Der Dollar kostete damit 0,8285 (0,8272) €. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86988 (0,86895) britische Pfund, 131,47 (130,88) japanische Yen und 1,1044 (1,1038) Schweizer Franken fest.

Wall Street bröckelt vor Fed-Entscheid ab – Microsoft (MSFT 246.47 -0.53%) belastet

Gemischt ausgefallene Firmenbilanzen schlugen den US-Anlegern auf den Magen. Ausserdem wollten sie sich in Erwartung neuer Hinweise auf die Geldpolitik der Notenbank (Fed) am Mittwoch zunächst nicht aus dem Fenster lehnen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones (Dow Jones 34'230.34 +0.29%) fiel zur Eröffnung um 0,3%.

Während der geldpolitischen Beratungen der Notenbank Fed arbeitete sich der S&P 500 (S&P 500 4'156.20 -0.09%) jedoch weiter vor. Der breit gefasste US-Leitindex stieg um 0,2% auf ein Rekordhoch von 4197,04 Punkten.

«Die Anleger werden bekommen, was sie erwarten», prognostizierte Christopher Grisanti, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters MAI. Die Fed werde ihr Mantra wiederholen, dass ein Anstieg der Inflation vorübergehend sein und die Geldpolitik auf absehbare Zeit locker bleiben werde. «Sollte es eine Änderung an dem Standpunkt geben, wäre das für die Märkte ein grosse Sache. Das ist aber unwahrscheinlich.»

Zu den Favoriten an der Wall Street zählte die Google-Mutter Alphabet (GOOGL 2'314.77 +0.34%). Der Internet-Konzern hatte mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen in allen Bereichen übertroffen, lobte Analyst Ali Mogharabi vom Research-Haus Morningstar (MORN 263.80 +0.01%). Auf dieser Basis sehe er den fairen Wert der Alphabet-Aktie bei 2925 statt wie bisher bei 2605 $. An der Börse gewannen die Papiere 4,6% auf 2397 $.

Microsoft wuchs zwar ebenfalls kräftiger als erwartet. Die Aktie des Softwarehauses fiel dennoch um 2,5% . Analyst J. Derrick Wood vom Vermögensverwalter Cowen machte das etwas verlangsamte Wachstum der Cloud-Sparte hierfür verantwortlich. Die jüngste Rally der Microsoft-Aktie lasse vermuten, dass Investoren auf mehr gehofft hatten.

Ölpreis stabil – Opec+ bleibt auf Kurs

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch nur leicht bewegt. Die Entscheidung des Ölverbund Opec+ vom Vorabend, an dem Anfang April vorgezeichneten Kurs festzuhalten, sorgte nicht für Schwung. Der Schritt wurde weitgehend erwartet. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 69.04 +0.8%) 66,51 $. Das waren neun Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 65.36 -0.08%)) stieg in ähnlichem Ausmass auf 63,05 $.

Nach einem Treffen ranghoher Minister hatte der Ölverbund Opec+ am Dienstagabend bestätigt, seine Förderung in den kommenden drei Monaten Zug um Zug zu erhöhen. Die Tagesproduktion solle um insgesamt rund 2 Mio. Barrel ausgeweitet werden. Seit dem schweren Einbruch der Ölpreise in der ersten Coronawelle im Frühjahr 2020 ist die Ölproduktion des Verbunds per Beschluss gedeckelt. Die Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung und eine anziehende Ölnachfrage lässt den Verbund aber zuversichtlicher nach vorne schauen.

Rohstoffexperten der Commerzbank (CBK 5.67 +0.78%) gaben jedoch zu bedenken, dass eine Ausweitung verfrüht sein könnte. Angesichts der sehr angespannte Corona-Lage in Ländern wie Indien, Japan oder der Türkei könne es zu einem Angebotsüberschuss kommen, hiess es in einer Studie. All diese Länder seien grosse Ölimportländer. Dem steht die kräftige Konjunkturerholung in anderen grossen Nachfrageländern wie den USA oder China entgegen. Die Aussichten für die Erdölnachfrage sind damit unsicher.

Bitcoin (Bitcoin 56'879.00 -0.63%) erholt sich nach Taucher

Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin hatte im Verlauf der letzten Woche zwar etwas eingebüsst. Die teilweise starken Rücksetzer wurden aber zu Wochenbeginn grösstenteils getilgt.

Am Mittwochmittag notierte der Kurs der «Krypto-Leitwährung» auf der Plattform Bitstamp bei rund 54’500 $ und damit rund 1,4% tiefer im Vergleich zum Stand der Vorwoche. Die Marktkapitalisierung aller Bitcoin sank damit auf rund 1017 Mrd. $, nach 1040 Mrd. eine Woche zuvor. Der Anteil am Gesamtmarkt sank derweil mit noch knapp 50% leicht.

Zwischenzeitich erlebte der gesamte Markt einen Sturzflug. Vor dem Wochenende sackte die von Coinmarketcap ausgewiesene Gesamtmarktkapitalisierung von über 2 Bio. $ auf rund 1,7 Bio. ab. Als Auslöser galten Pläne der US-Regierung, die Steuer auf Kapitalerträge für Reiche zu erhöhen, was auch den Ertrag aus Kryptoanlagen treffen könnte.

Marktbeobachter nannten als möglichen Erholungsgrund Medienberichte, wonach die US-Bank JPMorgan die Einrichtung eines Bitcoinfonds für ihre Kunden plane. Hinzugekommen sei eine technische Gegenbewegung des Bitcoinkurses angesichts der zuvor erlittenen Verluste.

Ether und BNB obenauf

Den Rekordkurs fortgesetzt hatte derweil die zweitgrösste Blockchain-Währung, Ether. Das Wochenplus von rund 12,4% bescherte der Kryptowährung am frühen Mittwochmorgen ein neues Allzeithoch bei 2709 $. Zur Berichtszeit notierte sie bei 2611 $.

Starke Konkurrenz für den Ether erwuchs indes aus der Plattformwährung der führenden Kryptobörse Binance. Der Binance Coin (BNB) stehe mittlerweile auf Platz drei der Marktkapitalisierungsliste und hatte seinen Wert allein in den letzten dreissig Tagen auf über 550 $ verdoppelt. Binance hatte jüngst angekündigt, eine eigene Plattform für den Verkauf sogenannter NFT (Non Fungible Tokens) zu lancieren.

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